Bezahlen in den USA wirft für viele schon an der ersten Kasse eine Frage auf, die vorher nie wichtig war: Welche Karte ziehe ich jetzt eigentlich? Du stehst in Miami, der Kaffee kostet vier Dollar, und plötzlich bist du unsicher. Beim Geld läuft in den USA einiges anders, und wer mit der falschen Karte anreist, zahlt entweder drauf oder steht im schlimmsten Fall ganz ohne funktionierendes Zahlungsmittel da.
Das ist heute unkompliziert, wenn du die richtige Karte dabeihast. Es lohnt sich, vor dem Abflug einmal kurz in die Geldbörse zu schauen, statt es am ersten Urlaubstag herauszufinden.
Die klassische Girocard, die viele noch EC-Karte nennen, ist in den USA für sich genommen wertlos. Das alte Maestro-System, über das die Karten früher im Ausland liefen, wird seit Juli 2023 nicht mehr für neue Karten ausgegeben und läuft bis 2027 ganz aus. Reine Maestro- oder V-Pay-Karten akzeptiert in den USA praktisch niemand.
Es gibt allerdings eine neue Generation. Viele Banken geben inzwischen Girocards mit zusätzlichem Visa-Debit- oder Debit-Mastercard-Logo aus, und diese Karten funktionieren in den USA. Entscheidend ist also nicht das Wort Girocard, sondern welches Netzwerk auf der Karte steht. Steht dort nur Maestro oder V-Pay, lass die Karte gleich zu Hause.
Für das Bezahlen in den USA brauchst du eine Karte von Visa oder Mastercard, entweder als Kredit- oder als Debitkarte. American Express wird ebenfalls oft akzeptiert, aber längst nicht überall.
Der wichtige Unterschied betrifft weniger den Einkauf selbst als die Kaution. Eine echte Kreditkarte reserviert Beträge nur auf deinem Verfügungsrahmen, das Geld auf dem Konto bleibt unberührt. Eine Debitkarte zieht jede Zahlung sofort vom Girokonto ab. Genau deshalb bestehen Hotels und Autovermietungen fast immer auf einer echten Kreditkarte, denn sie hinterlegen dort eine Sicherheit. Wie diese Blockade im Hotel genau abläuft, erklären wir im Beitrag zum Incidentals Hold im Hotel, und beim Auto findest du die Details unter Mietwagen in den USA.
Ein Punkt sorgt regelmäßig für Ärger. Viele beliebte Karten von Neobanken sind technisch Debitkarten, auch wenn groß Visa oder Mastercard draufsteht, etwa die Standardkarte der DKB, C24, Trade Republic oder Revolut. Zum Einkaufen reichen sie, für Kautionen nicht. Wer sichergehen will, nimmt zusätzlich eine echte Kreditkarte mit, am besten von einer zweiten Bank als Reserve.
Kontaktloses Bezahlen ist in den USA angekommen, oft sogar weiter verbreitet als gedacht. Apple Pay und Google Pay werden bei über 85 Prozent der Händler akzeptiert, weil jedes Terminal mit NFC-Symbol automatisch mitmacht. Du hältst einfach Handy oder Uhr an das Lesegerät, fertig.
Bei kleineren Beträgen, meist unter 200 bis 250 Dollar, verlangt niemand eine PIN. Das macht das Bezahlen in den USA im Alltag angenehm schnell. Hinterleg vor der Reise ruhig deine Karte in der Wallet deines Handys, dann hast du selbst dann ein Zahlungsmittel, wenn die Plastikkarte mal im Hotelsafe liegt.
In Deutschland tippt man fast immer eine PIN ein oder hält die Karte dran. In den USA läuft es beim Einstecken der Karte oft anders. Amerikanische Kreditkarten setzen meist auf Chip und Unterschrift statt auf eine PIN, viele Terminals fragen deshalb gar keinen Code ab.
Für dich als Reisenden ist das kein Problem. Deine Karte mit Chip und PIN funktioniert trotzdem, du steckst sie ein oder hältst sie kontaktlos dran. Falls ein Automat doch eine PIN will, etwa an einer unbemannten Tankstelle, solltest du deine Karten-PIN kennen. Genau das ist ein Grund, warum das Tanken manchmal hakt, wie wir im Beitrag zum Tanken in den USA beschreiben.
Hier entscheidet sich, ob dein Urlaub ein paar Euro oder ein paar Dutzend Euro teurer wird. Viele klassische Karten verlangen ein Auslandseinsatzentgelt von rund einem bis zwei Prozent auf jeden Umsatz in Fremdwährung. Bei größeren Ausgaben summiert sich das spürbar.
Es gibt aber genug Karten ganz ohne diese Gebühr. Wer für die Reise eine kostenlose Kreditkarte ohne Auslandseinsatzentgelt besorgt, spart auf einen Schlag bei jedem Einkauf. Am Geldautomaten kommt oft noch eine feste Abhebegebühr von zwei bis fünf Dollar dazu, und viele Automaten begrenzen die Auszahlung auf 300 bis 1.000 Dollar pro Tag. Heb deshalb lieber selten, dafür größere Beträge ab.
Ein letzter Klassiker beim Bezahlen in den USA ist die Frage am Terminal, ob du in Euro oder Dollar zahlen möchtest. Wähle immer Dollar. Sonst rechnet der Anbieter zu einem schlechten Kurs um, und du zahlst am Ende mehr, als nötig wäre.
Ganz ohne Bargeld kommst du nicht aus, auch wenn Karte fast überall geht. Ein paar kleine Scheine sind praktisch fürs Trinkgeld an den Kofferträger, den Valet-Parker oder das Zimmermädchen, außerdem an kleinen Ständen und Foodtrucks. Die passenden Sätze findest du im Beitrag zum Trinkgeld in den USA.
Große Summen in bar brauchst du nicht. Ein Startbetrag von rund 100 bis 200 Dollar in kleinen Scheinen reicht für die ersten Tage locker, den Rest regelst du bequem mit Karte oder Handy.
Wenn du nur eine Sache aus diesem Guide mitnimmst, dann diese: Reise mit einer echten Kreditkarte von Visa oder Mastercard ohne Auslandseinsatzentgelt an, leg sie zusätzlich ins Handy-Wallet und nimm eine zweite Karte als Reserve mit. Damit deckst du Einkäufe, Hotels und Mietwagen sauber ab und zahlst nirgends unnötige Gebühren.
Eine reine Girocard mit Maestro würden wir gar nicht erst einpacken. Wer nur eine Debitkarte hat, kann damit zwar einkaufen, wird aber bei Kautionen Probleme bekommen. Mit einer guten Kreditkarte, etwas Bargeld für Trinkgeld und der Angewohnheit, immer in Dollar zu zahlen, ist das Bezahlen in den USA am Ende einfacher als viele befürchten.
Gebühren, Tageslimits und Kartenbedingungen ändern sich immer wieder. Ein kurzer Blick in die Konditionen deiner Bank vor dem Abflug lohnt sich deshalb in jedem Fall.