Im Restaurant sind 20 Prozent des Rechnungsbetrags inzwischen der Normalfall, das Zimmermädchen im Hotel bekommt 2 bis 5 Dollar pro Nacht, und im Taxi liegen 10 bis 15 Prozent an. Trinkgeld in den USA ist damit kein Zeichen besonderer Zufriedenheit, sondern ein fester Bestandteil des Preises. Wer das vorher weiß, zahlt entspannter und gerät seltener in unangenehme Momente.
| Situation | Üblicher Betrag |
|---|---|
| Restaurant mit Bedienung | 20 % vom Betrag vor Steuern |
| Gehobene Restaurants | 20 bis 25 % |
| Bar, pro Getränk | 1 bis 2 Dollar |
| Taxi und Uber | 10 bis 15 % |
| Lieferdienst | 15 bis 20 %, mindestens 3 bis 5 Dollar |
| Zimmermädchen | 2 bis 5 Dollar pro Nacht |
| Gepäckträger | 1 bis 2 Dollar pro Koffer |
| Room Service | mindestens 5 Dollar |
| Valet Parking | 2 bis 5 Dollar bei der Rückgabe |
| Friseur und Spa | 15 bis 20 % |
Tourguide | 15 bis 20 %, je nach Dauer |
Der Grund liegt im Lohnsystem. Der bundesweite Mindestlohn für Beschäftigte mit Trinkgeld liegt bei 2,13 Dollar pro Stunde und wurde seit 1991 nicht mehr angehoben. Servicekräfte verdienen ihr Geld also überwiegend über das, was Gäste dazugeben.
In Deutschland rundet man auf, weil der Service gut war. In den USA ist das Trinkgeld dagegen der eigentliche Lohn. Deshalb reagieren Bedienungen dort empfindlicher auf ein ausbleibendes Trinkgeld, als deutsche Gäste es vermuten.
Einige Bundesstaaten wie Kalifornien, Oregon und Washington schreiben inzwischen den vollen Mindestlohn auch für Servicekräfte vor. Am Verhalten der Gäste ändert das allerdings wenig, denn die Erwartung bleibt dieselbe.
Im Restaurant mit Bedienung gelten 20 Prozent mittlerweile als Untergrenze für normalen Service. Früher galten 15 Prozent als vertretbar, dieser Wert wirkt heute knauserig. In gehobenen Häusern sind 20 bis 25 Prozent üblich.
Gerechnet wird auf den Betrag vor der Sales Tax. Das spart ein paar Cent und entspricht der gängigen Praxis.
An der Bar zahlst du unkomplizierter. Pro Getränk landen 1 bis 2 Dollar auf dem Tresen, bei Cocktails eher am oberen Ende. Wer eine Rechnung über mehrere Runden aufmachen lässt, gibt am Ende 20 Prozent.
Wie der Ablauf im Restaurant konkret aussieht, vom Warten auf die Platzanweisung bis zur Rechnung, erklärt unser Restaurant-Knigge für die USA. Ausführlicher zu den Prozentsätzen und Rechenbeispielen geht es im Beitrag zum Trinkgeld im Restaurant.
Im Taxi sind 10 bis 15 Prozent angemessen. Bei Uber und Lyft läuft das Trinkgeld über die App, meist innerhalb von 30 Tagen nach der Fahrt. Hilft dir der Fahrer mit schwerem Gepäck, darf es etwas mehr sein.
Bei Lieferdiensten wie DoorDash oder Uber Eats liegen 15 bis 20 Prozent an, mindestens jedoch 3 bis 5 Dollar. Der Betrag wird häufig schon bei der Bestellung abgefragt, also bevor überhaupt jemand losgefahren ist.
Beim Housekeeping gilt eine Regel, die viele überrascht: Leg das Geld täglich hin, nicht gesammelt am Abreisetag. Das Personal wechselt, und wer am letzten Tag putzt, ist selten dieselbe Person, die vier Tage lang dein Bad gemacht hat. 2 bis 5 Dollar pro Nacht sind üblich, sichtbar auf dem Kopfkissen oder dem Nachttisch.
Der Gepäckträger bekommt 1 bis 2 Dollar pro Koffer, beim Valet Parking sind 2 bis 5 Dollar fällig, allerdings erst bei der Rückgabe des Wagens. Für Room Service rechne mit mindestens 5 Dollar, sofern nicht ohnehin schon ein Betrag auf dem Beleg steht.
Alle Details zu den einzelnen Positionen im Hotel findest du im Beitrag Trinkgeld im Hotel.
Ab sechs Personen fügen viele Restaurants automatisch eine gratuity, also ein festgelegtes Trinkgeld, von 18 bis 20 Prozent hinzu. Das steht dann als eigene Zeile auf dem Beleg.
Genau hier passiert der teuerste Fehler: Wer die Rechnung nicht liest und zusätzlich 20 Prozent einträgt, zahlt am Ende doppelt. Schau deshalb nach den Wörtern gratuity, service charge oder tip included, bevor du etwas ergänzt.
Dass die Trinkgeldabfrage inzwischen fast überall auftaucht, sogar an Selbstbedienungstheken, hat einen eigenen Namen bekommen. Was dahintersteckt und wo du guten Gewissens Nein sagen kannst, liest du in unserem Beitrag zur Tipflation.
Zahlst du mit Karte, bekommst du den Beleg mit einer Zeile für das Trinkgeld und einer für die Endsumme. Beides trägst du von Hand ein und unterschreibst. Häufig liegen bereits Vorschläge für 18, 20 und 22 Prozent daneben, gerechnet allerdings oft auf den Betrag nach Steuern.
Bargeld ist trotzdem nie verkehrt. Für Housekeeping, Gepäckträger und Valet brauchst du kleine Scheine, und ein Bündel Ein-Dollar-Noten ist auf einer USA-Reise erstaunlich nützlich.
Trinkgeld in den USA lässt sich auf eine einfache Faustregel bringen: Wo dich jemand persönlich bedient, gibst du etwas dazu. Mit 20 Prozent im Restaurant, ein paar Dollar im Hotel und einem Blick auf die Rechnung bei größeren Gruppen machst du nichts falsch.