Die USA sind ein Kartenland, trotzdem kommst du ohne Bargeld nicht durch den Urlaub. Trinkgeld fürs Housekeeping, der Valet-Parker, der kleine Taco-Stand ohne Kartenterminal. Also stehst du irgendwann am Automaten, und der möchte fast 5 Dollar Gebühr für eine einzige Abhebung. Geld abheben in den USA ist deshalb vor allem eine Frage der richtigen Karte, des richtigen Automaten und der richtigen Menge. Mit ein paar Grundregeln drückst du die Kosten fast auf null.
An US-Automaten brauchst du eine Karte mit Visa- oder Mastercard-Logo, dazu deine PIN. Neuere Girocards mit dem Zusatz Visa Debit oder Debit Mastercard funktionieren deshalb in der Regel. Alte Karten, die nur Maestro oder V-Pay tragen, sind dagegen keine sichere Bank, denn Maestro wird seit 2023 nicht mehr neu ausgegeben und V-Pay gilt ohnehin nur in Europa.
Mit einer klassischen Kreditkarte bekommst du an fast jedem Automaten Bargeld. Allerdings verlangen viele deutsche Banken dafür eigene Gebühren, meist 1,5 bis 2,5 Prozent Auslandseinsatzentgelt plus eine Bargeldgebühr mit Mindestbetrag. Bei vielen Sparkassen kostet die Abhebung im Ausland zum Beispiel 2 Prozent, mindestens 7,50 Euro. Die Konditionen unterscheiden sich je nach Institut, ein Blick ins Preisverzeichnis vor der Reise lohnt sich daher immer.
Tipp: Gib deiner Bank vor dem Abflug Bescheid, dass du in die USA reist, am schnellsten als Reisenotiz in der Banking-App. Sonst sperrt die Betrugserkennung deine Karte womöglich nach der ersten Abhebung.
Am günstigsten fährst du mit einer Reise-Debit- oder Kreditkarte ohne Auslandsgebühren als Zweitkarte. Eine echte Kreditkarte gehört trotzdem ins Gepäck, denn spätestens am Mietwagen-Counter wird die Debitkarte zum Problem.
US-Automaten verlangen vom Betreiber aus eine eigene Gebühr, die sogenannte Surcharge. Laut der aktuellen Bankrate-Studie liegt sie 2025 im Schnitt bei 3,22 Dollar pro Abhebung. US-Kunden zahlen zusätzlich im Schnitt 1,64 Dollar an ihre eigene Bank, zusammen also 4,86 Dollar. Für dich zählt der Betreiber-Aufschlag plus das, was deine deutsche Bank berechnet. In Florida liegen die Gesamtgebühren übrigens über dem Landesschnitt, Miami kommt auf durchschnittlich 5,11 Dollar, Tampa auf 5,05 Dollar.
Jeder US-Automat muss dir die Surcharge vor der Abhebung anzeigen, und du kannst an dieser Stelle kostenlos abbrechen. Zeigt der Bildschirm 4 oder 5 Dollar an, gehst du einfach weiter. Die niedrigsten Aufschläge findest du an Automaten großer Banken wie Chase, Bank of America oder Wells Fargo. Freistehende Automaten in Tankstellen, Hotellobbys und Touristenzonen verlangen dagegen deutlich mehr.
Viele US-Automaten fragen vor der Auszahlung, ob du in Euro oder in Dollar abrechnen möchtest, oft verpackt als „guaranteed rate” oder „with conversion”. Dahinter steckt die Dynamic Currency Conversion, bei der der Automatenbetreiber den Wechselkurs festlegt statt deiner Bank. Dieser Kurs ist laut BW-Bank bis zu 10 Prozent schlechter als die normale Abrechnung. Wähle deshalb immer „without conversion” beziehungsweise die Abrechnung in US-Dollar. Manche Automaten fragen zur Sicherheit doppelt nach, bleib auch beim zweiten Mal bei Dollar.
Da die Gebühren pro Abhebung anfallen und nicht pro Betrag, entscheidet die Zahl deiner Automatenbesuche über die Kosten. Ein Beispiel mit 800 Dollar Bargeldbedarf auf einer zweiwöchigen Rundreise, gerechnet mit einer Karte, die 2 Prozent und mindestens 7,50 Euro pro Abhebung kostet.
| Weg | Bankgebühr | Surcharge | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 8 x 100 $ mit Hausbank-Karte | 60 € | ca. 26 $ | über 80 € |
| 4 x 200 $ mit Hausbank-Karte | 30 € | ca. 13 $ | gut 40 € |
| 4 x 200 $ mit gebührenfreier Reisekarte | 0 € | ca. 13 $ | ca. 12 € |
Die Halbierung der Automatenbesuche halbiert also die Kosten, die richtige Karte drückt sie nochmals auf ein Sechstel. Prüfe dafür vor der Reise dein Tageslimit, bei vielen Girocards liegt es um die 500 Euro.
Es geht sogar ganz ohne Automat. Viele US-Händler zahlen dir an der Kasse Bargeld aus, wenn du mit Debitkarte und PIN bezahlst. Das nennt sich Cash Back und kostet bei den großen Ketten nichts extra. Bei Walmart und Publix bekommst du bis zu 100 Dollar pro Einkauf, bei Target bis zu 40 und bei Walgreens bis zu 20 Dollar. Die Limits können je nach Filiale abweichen. Ein kleiner Einkauf ist Voraussetzung, eine Flasche Wasser reicht. Stecke die Karte und gib die PIN ein, denn kontaktlos funktioniert Cash Back an vielen Terminals nicht. Die Automatengebühr entfällt dabei komplett, weil die Auszahlung als normale Kartenzahlung läuft. Je nach Karte berechnet deine deutsche Bank zwar weiterhin ihr Auslandsentgelt, mit einer gebührenfreien Reisekarte holst du dir Bargeld so aber tatsächlich zum Nulltarif.
Wer eine gebührenfreie Reise-Debit- oder Kreditkarte hat, hebt am Automaten einer großen Bank ab und zahlt nur die angezeigte Surcharge. Wer nur die Karte der Hausbank dabei hat, hebt selten und dafür große Beträge ab oder weicht gleich auf Cash Back aus. Wer nur kleine Scheine fürs Trinkgeld braucht, nimmt Cash Back beim ohnehin fälligen Einkauf bei Publix oder Walmart mit und spart sich den Automaten komplett.
Die teuerste Variante ist die spontane. Wer mit der erstbesten Karte am freistehenden Automaten im Hotel abhebt und dann noch die Euro-Abrechnung bestätigt, zahlt schnell zweistellige Beträge pro Abhebung drauf. Mit einer gebührenfreien Zweitkarte, Automaten großer Banken, der Dollar-Abrechnung und Cash Back im Supermarkt bleibt vom Gebührenthema fast nichts übrig. Gebühren und Konditionen können sich ändern, wirf deshalb kurz vor der Reise noch einen Blick in das aktuelle Preisverzeichnis deiner Bank.
Viel Bargeld brauchst du in den USA ohnehin nicht, ein paar kleine Scheine fürs Trinkgeld reichen meistens völlig aus.
US-Automaten verlangen im Schnitt 3,22 Dollar Betreibergebühr pro Abhebung. Dazu kommen die Gebühren deiner deutschen Bank, oft 1,5 bis 2,5 Prozent oder ein Mindestbetrag von mehreren Euro. Die Betreibergebühr wird vor der Abhebung am Bildschirm angezeigt, du kannst dort kostenlos abbrechen.
Nur, wenn sie zusätzlich ein Visa-Debit- oder Debit-Mastercard-Logo trägt. Reine Maestro-Karten werden seit 2023 nicht mehr neu ausgegeben, und V-Pay funktioniert nur in Europa. Nimm für die USA deshalb immer mindestens eine Visa oder Mastercard mit, ob als Debit- oder Kreditkarte.
Immer in US-Dollar. Bei der Euro-Abrechnung legt der Automatenbetreiber über die Dynamic Currency Conversion den Wechselkurs fest, der bis zu 10 Prozent schlechter ist als der Kurs deiner Bank. Lehne die Umrechnung auch dann ab, wenn der Automat ein zweites Mal nachfragt.
Meist schlägt die Betrugserkennung deiner Bank an, weil unerwartete Abhebungen aus dem Ausland eingehen. Hinterlege deshalb vor der Reise eine Reisenotiz in der Banking-App oder informiere deine Bank telefonisch. Prüfe außerdem, ob die Karte für Länder außerhalb Europas freigeschaltet ist.
Über Cash Back an der Supermarktkasse. Bei Walmart und Publix bekommst du bis zu 100 Dollar pro Einkauf ausgezahlt, bei Target bis zu 40 Dollar, ohne Gebühr des Händlers. Du brauchst dafür eine Debitkarte mit PIN und musst eine Kleinigkeit einkaufen.