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Tanken in den USA: So klappt es mit dem Mietwagen ohne böse Überraschung

Beim ersten Florida-Roadtrip ist es oft der kleine Moment an der Tankstelle, der überrascht. Man hält an, steckt die Kreditkarte in die Zapfsäule, und plötzlich fragt der Automat nach einem ZIP Code. Genau dann stehen viele deutsche Urlauber ratlos da. Tanken in den USA funktioniert nämlich ein bisschen anders als zu Hause, und mit ein paar Hinweisen sparst du dir Ärger, Zeit und manchmal sogar Geld.

Wie das Tanken in den USA abläuft

In den USA tankst du fast überall selbst, und in aller Regel bezahlst du, bevor du losfährst. Anders als in Deutschland zapfst du also nicht einfach und gehst danach zur Kasse.

Zwei Wege sind üblich. Entweder bezahlst du direkt an der Säule mit Karte, oder du gehst vorher in den Shop und sagst dem Kassierer, an welcher Säule du stehst. Die Nummer steht groß auf der Zapfsäule. Du nennst einen Betrag, zahlst, und tankst anschließend genau diese Summe. Tankst du weniger, bekommst du den Rest zurück.

Mit Kreditkarte an der Zapfsäule: das ZIP-Code-Problem

Hier kommt der Punkt, an dem die meisten hängen bleiben. Viele Automaten verlangen zur Bestätigung einen fünfstelligen ZIP Code, also die amerikanische Postleitzahl des Karteninhabers. Eine deutsche Karte hat so etwas nicht, und deshalb bricht der Automat den Vorgang oft ab.

Ein paar Dinge helfen. Häufig funktioniert kontaktloses Bezahlen per Apple Pay oder Google Pay, weil dabei gar kein ZIP Code abgefragt wird. Manchmal klappt auch die Eingabe von 00000, allerdings längst nicht immer. Am sichersten ist der Gang in den Shop. Dort gibst du dem Kassierer deine Karte, nennst die Säulennummer und tankst danach ganz normal.

Wichtig ist nur, dass du es an der Säule nicht zehnmal hintereinander probierst. Zu viele Fehlversuche können deine Bank als Betrugsversuch werten und die Karte kurzzeitig sperren. Nach ein bis zwei Versuchen gehst du also besser rein.

Welches Benzin braucht mein Mietwagen?

Auch bei den Sorten lohnt ein kurzer Blick. In den USA heißt Benzin Gas oder Gasoline, und die gängigen Sorten sind Regular, Plus und Premium mit den Oktanzahlen 87, 89 und meist 93.

Für die allermeisten Mietwagen reicht Regular mit 87 Oktan völlig aus. Premium ist teurer und bringt bei einem normalen Leihwagen keinen Vorteil. Aufpassen solltest du dagegen beim Diesel. Die Diesel-Zapfsäulen sehen ähnlich aus, dein Mietwagen fährt aber praktisch immer mit Benzin. Im Zweifel hilft ein Blick auf den Tankdeckel oder in die Unterlagen des Vermieters.

Was kostet Tanken in den USA?

Getankt wird in Gallonen, nicht in Litern. Eine US-Gallone sind rund 3,8 Liter. Der Preis an der Anzeige gilt also für fast vier Liter, was auf den ersten Blick besonders günstig wirkt.

In Florida liegt der Preis für Regular 2026 meist irgendwo zwischen etwa 3,50 und 4,00 US-Dollar pro Gallone. Umgerechnet ist Sprit damit immer noch deutlich billiger als in Deutschland. Die Preise schwanken allerdings stark und ändern sich teilweise von Tag zu Tag. Verlass dich deshalb nicht auf eine feste Zahl, sondern schau kurz in eine Preis-App.

Wo Tanken in den USA günstiger ist

Und genau hier lässt sich ohne großen Aufwand Geld sparen. Tankstellen direkt am Flughafen, an der Interstate oder mitten im Touristengebiet sind fast immer teurer.

Ein paar einfache Regeln helfen:

  • Tanke abseits der Hauptstraßen, ein paar Blocks weiter ist es oft spürbar billiger.
  • Ketten wie Wawa, RaceTrac oder Murphy USA neben Walmart sind meistens günstig.
  • Warehouse-Clubs wie Costco oder Sam’s Club sind sehr günstig, brauchen aber eine Mitgliedschaft.
  • Apps wie GasBuddy oder Waze zeigen dir die aktuellen Preise in der Nähe.

Tipp:

Ein zusätzlicher Spartrick sind die Bonusprogramme der Ketten.

Viele Tankstellen geben dir schon beim ersten Tanken einen Willkommensrabatt, einfach fürs Herunterladen und Anmelden. Für einen zwei- bis dreiwöchigen Urlaub lohnt sich das oft mehr als jedes lange Punktesammeln.

Diese Startangebote sind aktuell besonders stark:

  • Circle K: rund 25 Cent pro Gallone auf die ersten fünf Tankfüllungen, danach etwa 3 Cent.
  • 7-Eleven (7Rewards): App laden, Handynummer eingeben, 11 Cent pro Gallone auf die ersten sieben Tankfüllungen, danach mindestens 5 Cent.
  • Shell Fuel Rewards: 10, 20 und 30 Cent auf die ersten drei Tankfüllungen.


Bei Wawa und RaceTrac sammelst du dagegen vor allem Punkte, die sich erst nach und nach in Rabatte verwandeln. Für einen kurzen Urlaub bringt das weniger, für Vielfahrer kann es sich aber lohnen. RaceTrac bietet zusätzlich ein kostenpflichtiges VIP-Abo, das sich erst bei richtig vielen Meilen rechnet.

Tanken vor der Mietwagen-Rückgabe

Ein Klassiker zum Schluss. Fast alle Vermieter verlangen, dass du den Wagen vollgetankt zurückbringst. Tust du das nicht, füllen sie selbst auf und berechnen pro Gallone deutlich mehr als jede normale Tankstelle.

Plane deshalb vor der Rückgabe einen kurzen Tankstopp ein, am besten ein paar Kilometer vor dem Flughafen. Dort sind die Preise oft niedriger als direkt am Terminal, und du hast den Tankbeleg für alle Fälle dabei.

Fazit:

Tanken in den USA ist kein Hexenwerk, sobald man den Ablauf einmal kennt. Der größte Stolperstein ist die ZIP-Code-Abfrage an der Säule, und die umgehst du am einfachsten, indem du im Shop bezahlst oder kontaktlos zahlst.

Ansonsten gilt: Regular reicht, gerechnet wird in Gallonen, und wer ein paar Meter abseits der Touristenstraßen tankt, spart bares Geld. So wird der Tankstopp zu dem, was er sein sollte, einer kurzen Pause und keinem Rätsel.

Spritpreise und Zahlungssysteme ändern sich laufend. Die aktuellen Preise prüfst du am besten kurz vor der Fahrt in einer App wie GasBuddy.