Du landest in Florida, wirfst die deutsche SIM aus dem Handy und steckst eine US-SIM fürs günstige Internet rein. Abends willst du eine Überweisung machen, und die TAN-SMS kommt einfach nicht an. Wer seine deutsche Handynummer im Ausland nicht erreichbar hält, sperrt sich schnell selbst aus dem Online-Banking aus, oft im dümmsten Moment.
Das Ganze lässt sich mit ein bisschen Vorbereitung komplett vermeiden. Man muss nur wissen, woran es liegt.
An deiner Rufnummer hängt heute mehr, als vielen bewusst ist. Das SMS-TAN-Verfahren vieler Banken schickt den Freigabecode per SMS an genau diese Nummer. Dasselbe gilt für Bestätigungscodes von PayPal, deiner Apple-ID, dem Google-Konto oder beim Login in andere Dienste.
Ist die Nummer nicht erreichbar, kommen diese Codes nicht an. Dann scheitert nicht nur die Überweisung, sondern unter Umständen auch der Login in Konten, die du im Urlaub wirklich brauchst.
Der Fehler passiert meist im ersten Moment nach der Landung. Wer in einem Handy mit nur einem SIM-Steckplatz die deutsche Karte gegen eine US-SIM tauscht, ist unter seiner deutschen Nummer nicht mehr erreichbar. Genauso wirkt es, wenn du die deutsche Leitung ganz ausschaltest.
Ab diesem Punkt läuft zwar das Internet, aber keine SMS mehr. Und ohne SMS keine TAN, kein Bestätigungscode, kein Zugang.
Die meisten aktuellen Smartphones beherrschen Dual-SIM. Damit lässt du die deutsche SIM oder eSIM aktiv, während eine Reise-eSIM das mobile Internet übernimmt. Anrufe und SMS laufen weiter über die deutsche Nummer, das Surfen über die günstige eSIM.
Das Beste daran ist, dass der SMS-Empfang nichts kostet. Eingehende SMS sind weltweit gebührenfrei, auch in den USA. Damit du nicht aus Versehen teures Datenroaming über die deutsche Karte nutzt, stellst du deren Datenroaming einfach ab und wählst die Reise-eSIM als Datenverbindung. Wie du das im Detail einrichtest, steht im Beitrag zu eSIM oder Roaming in den USA.
Am zuverlässigsten machst du dich von der SMS ganz unabhängig. Moderne TAN-Verfahren wie pushTAN oder photoTAN haben mit der SIM nichts zu tun. Sie laufen über eine Internetverbindung, egal ob über WLAN oder die Reise-eSIM, und funktionieren damit auch dann, wenn die deutsche Nummer gerade nicht im Netz ist.
Dasselbe gilt für Authenticator-Apps, die viele Dienste statt der SMS anbieten. Der Vorteil ist doppelt. Die Freigabe klappt überall mit Internet, und die SMS-Zustellung im Ausland ist ohnehin manchmal verzögert oder unzuverlässig. Wer die Wahl hat, stellt vor der Reise auf ein App-Verfahren um.
Der wichtigste Schritt kostet zehn Minuten. Richte das App-TAN-Verfahren deiner Bank noch zu Hause ein und probier eine Freigabe aus, solange du im vertrauten Netz bist.
Prüf außerdem, ob dein Handy Dual-SIM unterstützt und ob die deutsche Leitung für Anrufe und SMS aktiviert bleibt. Wer ein älteres Gerät mit nur einem SIM-Slot hat, klärt vorher, ob sich die deutsche Nummer als eSIM einrichten lässt. So gehst du auf Nummer sicher, statt es erst am Urlaubsort zu merken.
Viele Anbieter unterstützen WLAN-Anrufe, auf Englisch WiFi Calling. Damit bleibt deine deutsche Handynummer im Ausland auch über ein WLAN erreichbar, ganz ohne Mobilfunknetz. Anrufe und oft auch SMS laufen dann über die Internetverbindung des Hotels.
Ob das funktioniert, hängt vom Tarif ab, deshalb solltest du die Funktion vor der Reise in den Einstellungen aktivieren und einmal testen. Als zusätzliche Absicherung neben Dual-SIM und App-TAN ist sie praktisch, ersetzt die anderen Schritte aber nicht.
Die deutsche Handynummer im Ausland erreichbar zu halten, ist der einfachste Weg, sich Ärger mit Online-Banking und Logins zu ersparen. Ohne die Nummer kommen keine SMS-TAN und keine Bestätigungscodes an, und das trifft dich meist genau dann, wenn du es am wenigsten gebrauchen kannst.
Nutze Dual-SIM mit deutscher Leitung und Reise-eSIM, stell möglichst auf ein App-TAN-Verfahren um und teste alles einmal vor dem Abflug. Dann bleibt dein Konto erreichbar, und du bezahlst im Urlaub, ohne vor dem Automaten oder dem Bildschirm zu stehen und auf eine SMS zu warten, die nicht kommt.