Immer mehr Autovermietungen stellen Elektroautos in die Flotte, von Kalifornien bis Florida, und oft locken sie mit einem günstigen Tagespreis. Bevor du zugreifst, solltest du wissen, dass ein Elektro-Mietwagen in den USA etwas anders funktioniert als der Benziner, den du gewohnt bist. Es ist kein Problem, aber ein bisschen Vorbereitung gehört dazu.
Drei Dinge entscheiden darüber, ob der Stromer im Urlaub Spaß macht oder Stress. Das richtige Ladenetz, der passende Stecker und die App, über die du bezahlst. Dazu kommt die Frage, wie weit du kommst und was das Laden wirklich kostet.
In den USA gibt es ein paar große Netze, die du immer wieder siehst. Das mit Abstand größte und zuverlässigste sind die Tesla Supercharger, die inzwischen auch für viele andere Marken offen sind. Daneben stehen Electrify America und EVgo für das schnelle Laden an der Interstate, und ChargePoint betreibt vor allem die langsameren Lader an Hotels, Malls und Parkplätzen.
Du bist also selten auf einen einzigen Anbieter angewiesen. Entlang großer Strecken wie Los Angeles nach Las Vegas oder Miami nach Orlando findest du meist mehrere Netze. In abgelegenen Gegenden, etwa in den Nationalparks im Westen, wird es dünner, da lohnt sich die Planung im Voraus.
In den USA gibt es gerade zwei Stecker-Arten nebeneinander. Der Tesla-Stecker NACS wird zum neuen Standard und sitzt an allen neuen Modellen und neuen Ladesäulen. Ältere Autos ohne Tesla haben oft noch den CCS-Stecker, der an fast allen Schnellladern außerhalb des Tesla-Netzes Standard ist.
Schau dir beim Übernehmen an, welchen Ladeanschluss dein Auto hat, und frag gleich, ob ein Adapter dabei ist. Mit dem passenden Adapter lädst du auch ohne Tesla an den Superchargern, manche Säulen haben den Adapter sogar eingebaut. Ohne den richtigen Adapter stehst du dagegen vor einer Säule, die nicht passt.
Tipp: Meistens bekommst du den Mietwagen schon mit rund 80 Prozent geladen. Der erste Ladestopp kommt also nicht sofort, und du kannst in Ruhe schauen, wo unterwegs eine passende Säule steht.
Das ist der größte Unterschied zum Tanken. Du zahlst meist nicht mit Karte an der Säule, sondern über die App des jeweiligen Netzes, also die Tesla-App, Electrify America, EVgo oder ChargePoint. Lad dir diese Apps am besten schon zu Hause herunter und hinterleg deine Kreditkarte, dann kämpfst du am Lader nicht mit der Anmeldung.
Einen Punkt übersehen viele. Nicht jede US-App liegt auch im deutschen App Store. Prüf das vor der Reise und richte ein, was geht. Hilft die App nicht, kannst du an vielen Säulen auch direkt mit Kreditkarte oder Apple Pay zahlen, oft indem du einen QR-Code an der Säule scannst.
Am einfachsten hast du es, wenn du einen Tesla mietest. Dann läuft die Abrechnung am Supercharger direkt über das Auto und das hinterlegte Konto, eine extra App brauchst du oft gar nicht. Einstecken, laden, fertig.
Zwei Apps machen das Laden zusätzlich entspannter. PlugShare zeigt dir alle Ladesäulen quer über die Netze mit Bewertungen, ob sie gerade funktionieren. Und ein Routenplaner wie ABRP rechnet dir die Ladestopps gleich in die Strecke ein. Den offiziellen Säulenfinder des US-Energieministeriums gibt es außerdem kostenlos im Netz.
So bereitest du dich schon in Deutschland vor
- Netz-Apps herunterladen (Tesla, Electrify America, EVgo, ChargePoint) und deine Kreditkarte hinterlegen
- vorher prüfen, ob diese Apps im deutschen App Store verfügbar sind
- PlugShare installieren, um unterwegs freie und funktionierende Säulen zu finden
- beim Abholen nach Ladeanschluss und passendem Adapter fragen
- Unterkünfte mit Lademöglichkeit bevorzugen, dort lädst du am günstigsten
Wer das ein paar Tage vor dem Abflug erledigt, steht am ersten Lader nicht ratlos vor einer fremden App.
Die Reichweite hängt stark vom Modell ab. Die meisten Elektro-Mietwagen in den USA schaffen mit einer vollen Ladung grob 250 bis 350 Meilen, einige teurere Modelle kommen über 400 Meilen weit. Das reicht für die allermeisten Tagesetappen locker aus.
Rechne im Alltag aber eher mit etwas weniger. Viel Autobahn, laufende Klimaanlage und Steigungen ziehen die Reichweite nach unten, gerade im heißen Süden oder in den Bergen im Westen. Plan deine Strecke also nicht bis auf die letzte Meile, sondern lad lieber eine Etappe früher nach.
Jetzt zum Geld, und hier wartet eine Überraschung. Am DC-Schnelllader zahlst du je nach Anbieter und Standort grob 0,40 bis 0,55 Dollar pro Kilowattstunde, bei Tesla teils ab rund 0,30 Dollar. Der langsamere Level-2-Lader liegt eher bei 0,25 bis 0,40 Dollar pro Kilowattstunde, manchmal rechnet er nach Minuten ab. Eine Mitgliedschaft im jeweiligen Netz senkt den Preis oft um 15 bis 25 Prozent. Alle Preise schwanken nach Region und Tageszeit.
Rechne das einmal gegen Benzin. Ein Elektroauto braucht grob 30 Kilowattstunden pro 100 Meilen, am Schnelllader sind das rund 13 bis 15 Dollar. Ein sparsamer Benziner kommt bei knapp 3,50 Dollar pro Gallone auf etwa 12 Dollar für dieselbe Strecke. Öffentliches Schnellladen ist also kaum billiger als Tanken, manchmal sogar teurer. Richtig günstig wird der Elektro-Mietwagen erst, wenn du nachts an einer langsamen Säule am Hotel lädst, oft für deutlich weniger oder sogar kostenlos.
Tipp: Laden an der Unterkunft ist oft günstig oder sogar kostenlos, aber nicht überall. Manche teureren Hotels rechnen pro Kilowattstunde ab, teils um die 0,69 Dollar. Dann lädst du dort genauso teuer wie am Schnelllader oder sogar teurer. Frag deshalb vor dem Einstöpseln, ob Kosten anfallen und wie hoch sie sind. Lohnt sich das Laden im Hotel nicht, fährst du günstiger zu einer öffentlichen Säule in der Nähe.
Günstiger lädst du auch nebenbei beim Einkaufen oder Essen. An vielen Malls, Supermärkten und großen Parkplätzen stehen langsamere Lader, oft für kleines Geld oder umsonst. Während du bei Target oder Walmart shoppst oder im Outlet unterwegs bist, füllt sich der Akku ganz von allein. Über PlugShare siehst du vorher, wo solche Säulen stehen und ob sie frei sind.
Ein Elektro-Mietwagen in den USA passt gut, wenn dein Hotel eine Lademöglichkeit hat und deine Tagesstrecken zur Reichweite passen. Dann lädst du bequem über Nacht und zahlst am Schnelllader nur selten den vollen Preis.
Wer dagegen lange Etappen über die Interstate plant und unterwegs ständig auf Schnelllader angewiesen ist, fährt mit einem sparsamen Benziner oder einem Hybrid oft entspannter und kaum teurer. Welche Rolle der Antrieb bei der Wahl der Mietwagen-Größe spielt, haben wir dir dort schon erklärt.
Hier lauert ein Kostenpunkt, den fast jeder vom Benziner anders kennt. Genau wie du den Verbrenner vollgetankt zurückbringst, erwarten die Vermieter auch den Stromer mit genug Akku. Viele verlangen den Ladestand von der Abholung zurück, andere mindestens rund 70 Prozent.
Gibst du zu leer zurück, kostet das meist ab etwa 35 Dollar, bei sehr niedrigem Akku steigt die Gebühr auf 55 bis 70 Dollar. Die genaue Regel steht in deinem Mietvertrag, frag im Zweifel am Schalter nach. Plan deshalb vor der Rückgabe einen kurzen Ladestopp ein, oder lad die letzte Nacht am Hotel. Diese paar Minuten sind deutlich billiger als die Nachladegebühr.
Ein Stromer im US-Urlaub ist kein Hexenwerk, verlangt aber ein bisschen Vorarbeit. Lad die passenden Apps vorher herunter, kläre Stecker und Adapter beim Vermieter und plan deine Ladestopps entlang der Route. Dann fährst du mit dem Elektro-Mietwagen in den USA völlig entspannt.
Nur die Hoffnung auf den großen Spartipp solltest du streichen. Unterwegs am Schnelllader zahlst du teilweise so viel wie an der Zapfsäule, der Gewinn liegt im Fahrgefühl und beim günstigerem laden am Hotel oder deinem Haus.
Am DC-Schnelllader je nach Anbieter und Standort rund 0,40 bis 0,55 Dollar pro Kilowattstunde, bei Tesla teils ab etwa 0,30 Dollar. Langsamere Level-2-Lader liegen bei 0,25 bis 0,40 Dollar pro Kilowattstunde. Eine Netz-Mitgliedschaft senkt den Preis oft um 15 bis 25 Prozent.
Die meisten Modelle schaffen mit einer vollen Ladung grob 250 bis 350 Meilen, einige teurere Fahrzeuge über 400 Meilen. Im Alltag solltest du mit etwas weniger rechnen, weil Autobahn, Klimaanlage und Steigungen die Reichweite senken.
Neuere Autos nutzen den Tesla-Stecker NACS, ältere Modelle meist CCS, frag beim Übernehmen nach einem passenden Adapter. Bezahlt wird meist über die App des Netzes wie Tesla, Electrify America oder EVgo, an vielen Säulen geht auch Kreditkarte oder Apple Pay per QR-Code. Nicht jede US-App liegt im deutschen App Store, prüf das vor der Reise.
Nicht unbedingt. Öffentliches Schnellladen kostet mit rund 13 bis 15 Dollar pro 100 Meilen ungefähr so viel wie Benzin, manchmal mehr. Richtig günstig wird der Stromer nur, wenn du nachts langsam am Hotel oder an kostenlosen Zielladern lädst.
Meistens nicht voll, aber mit dem Ladestand von der Abholung oder mindestens rund 70 Prozent, je nach Vermieter. Gibst du zu leer zurück, zahlst du oft ab etwa 35 Dollar, bei sehr niedrigem Akku 55 bis 70 Dollar. Die genaue Regel steht im Mietvertrag, ein kurzer Ladestopp vor der Rückgabe ist günstiger.