Du buchst deinen Mietwagen für die USA und stehst plötzlich vor einer langen Liste. Economy, Compact, Intermediate, Full-size, dazu SUVs in drei Stufen und ein Minivan. Dazwischen liegen oft nur ein paar Dollar pro Tag, und schnell landet man beim größeren Auto, weil das sicherer klingt.
Die richtige Mietwagen-Größe hängt aber nicht davon ab, was beeindruckend wirkt, sondern davon, wie viele Leute mitfahren und wie viel Gepäck in den Kofferraum muss. Zwei Reisende mit zwei großen Koffern brauchen keinen Geländewagen, und eine Familie mit drei Kindern ist im schicken Full-size schlechter aufgehoben als im Minivan.
In den USA richtet sich die Mietwagen-Größe nach Klassen, nicht nach Modellen. Von klein nach groß sieht das grob so aus, wobei die Angaben je nach Anbieter leicht schwanken.
Diese Zahlen sind Richtwerte und ändern sich je nach konkretem Fahrzeug. Auf der Buchungsseite siehst du meist, wie viele Sitze und Koffer der jeweilige Wagen fasst.
Ein Punkt überrascht viele. Du buchst keine konkrete Automarke, sondern eine Klasse. Hinter fast jedem Angebot steht der Zusatz „or similar”, also „oder ähnlich”. Garantiert ist damit die Klasse, nicht das abgebildete Modell.
Du reservierst also einen Mittelklassewagen und bekommst irgendeinen Wagen dieser Kategorie. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Wer auf ein bestimmtes Modell hofft, wird trotzdem leicht enttäuscht.
Praktisch heißt das, du solltest nach Platz entscheiden, nicht nach dem schönen Foto. Lass dich am Schalter auch nicht zu einem teureren Auto überreden, wie das beim Upselling am Mietwagen-Counter gern versucht wird.
Meistens nicht. Ein beliebter Satz am Schalter lautet, deine gebuchte Klasse sei gerade nicht da, dafür gäbe es ein größeres Auto gegen Aufpreis. Dieses Upgrade kannst du gelassen ablehnen.
Ist deine Fahrzeugklasse ausverkauft, steht dir nämlich ohnehin ein gleichwertiger oder größerer Wagen ohne Aufpreis zu. Zahlen musst du also nur, wenn du freiwillig mehr Auto willst, als du gebucht hast. Freundlich bleiben und ruhig auf dem gebuchten Preis bestehen bringt dich hier am weitesten.
Beim Buchen stolperst du oft über vier Buchstaben wie ECAR, ICAR oder IFAR. Das ist der ACRISS-Code, ein internationaler Standard, mit dem fast alle Vermieter ihre Klassen einheitlich beschreiben.
Der erste Buchstabe steht für die Größe. M ist Mini, E Economy, C Compact, I Intermediate (Mittelklasse), S Standard, F Fullsize, P Premium und L Luxury. Der zweite Buchstabe beschreibt die Bauform, vor allem F für SUV, V für Van und T für Cabrio, dazu C für eine normale viertürige Limousine. Die letzten beiden Buchstaben stehen für Getriebe und Antrieb, in den USA fast immer Automatik.
So liest du ICAR als Mittelklasse-Limousine und IFAR als Mittelklasse-SUV. Ein paar gängige Beispiele, jeweils „oder ähnlich”.
Das hilft beim Preisvergleich. Schreibt ein Anbieter „Intermediate” und der andere „Midsize”, erkennst du am gleichen Code, dass dieselbe Mietwagen-Größe gemeint ist. Die Modelle sind dabei immer nur Beispiele, und die Codes können je nach Anbieter und Ausstattung leicht abweichen.
Bei der Mietwagen-Größe schauen die meisten auf die Sitzplätze. In der Praxis entscheidet aber der Kofferraum. Große, feste Koffer brauchen mehr Platz, als die Personenzahl vermuten lässt.
Fünf Sitze bedeuten nicht fünf Koffer. Ein Mittelklassewagen fasst vier Erwachsene bequem, aber mit vier großen Hartschalenkoffern wird es trotz fünf Sitzen eng. Wer mit viel Gepäck unterwegs ist, nimmt deshalb lieber eine Stufe mehr beim Gepäck, nicht bei den Sitzen.
Ein Detail, das in den USA wirklich zählt, ist die Sicht ins Auto. Sichtbares Gepäck lädt zum Aufbruch ein, und Autovermieter wie Polizei raten, Taschen nie offen liegen zu lassen. Eine klassische Limousine mit abgetrenntem Trunk, also einem geschlossenen Kofferraum, versteckt dein Gepäck besser als ein SUV oder Minivan mit großer Heckscheibe. Für einen Roadtrip mit vielen Hotelwechseln ist das ein Argument zu eurer Sicherheit.
Reist du mit Kleinkind, zählt nicht nur der Kofferraum. Ein Kindersitz braucht Platz auf der Rückbank, ein Kinderwagen zusätzlich im Kofferraum. Berücksichtige beides bei der Fahrzeuggröße. Was bei Regeln, Kosten und der Wahl zwischen Mietsitz und eigenem Sitz wichtig ist, erklärt unser Beitrag zur Kindersitzpflicht in den USA.
Tipp: Einen benötigten Kindersitz reservierst du am besten gleich bei der Buchung mit, denn vor Ort sind die Mietsitze oft vergriffen.
Der Aufpreis für den SUV steht am Schalter, der zweite Preis läuft über die Tankrechnung. Ein Mittelklassewagen schafft grob 30 Meilen pro Gallone, ein großer SUV wie der Chevrolet Tahoe eher die Hälfte. Diese Werte hängen vom Modell und von deiner Fahrweise ab, der Unterschied bleibt aber deutlich.
Rechne das auf eine typische Rundreise hoch. Bei rund 2.000 Meilen in zwei Wochen verbraucht die Limousine etwa 67 Gallonen, der große SUV eher 120. Rechnen wir großzügig mit einem Durchschnitt von 3,50 Dollar pro Gallone, damit du eher zu viel als zu wenig einplanst. Der genaue Preis hängt vom Bundesstaat und vom Tagespreis ab.
Damit landest du bei grob 235 Dollar für die Limousine und rund 420 Dollar für den SUV, also etwa 185 Dollar Unterschied allein beim Sprit. Dazu kommt die höhere Tagesmiete und die Maut. Das ist kein Grund gegen den SUV, aber ein guter Grund, ihn nur zu nehmen, wenn du ihn wirklich brauchst.
Als Paar oder zu zweit mit Handgepäck und je einem Koffer reicht die Mittelklasse locker. Sie fährt sich angenehm, passt auf jeden Parkplatz und kostet beim Sprit am wenigsten.
Zu viert mit viel Gepäck greifst du zum Full-size oder einem Midsize SUV. Mehr Kofferraum ist hier wichtiger als die fünfte Sitzreihe, die du ohnehin selten brauchst.
Ab fünf Personen oder mit Kindersitzen und Reisegepäck führt kaum ein Weg am Minivan oder Full-size SUV vorbei. Der Minivan bietet dabei meist das beste Verhältnis aus Platz und Verbrauch, der SUV punktet bei schlechten Straßen oder in den Bergen.
Wer viele Kilometer auf dem Highway plant, sollte den Verbrauch ernst nehmen. Ab etwa zwei Wochen Fahrzeit macht die kleinere Klasse beim Sprit einen spürbaren Unterschied.
Die passende Mietwagen-Größe findest du, wenn du ehrlich zählst, wie viele Personen und Koffer mitfahren, und nicht, welches Auto am meisten hermacht. Für die meisten deutschen Reisenden ist die Mittelklasse der beste Kompromiss aus Platz, Fahrkomfort und Verbrauch, der SUV lohnt sich erst mit viel Gepäck oder großer Gruppe.
Wir würden lieber eine Stufe mehr beim Kofferraum nehmen als beim Prestige, denn im Urlaub nervt zu wenig Platz jeden Tag, ein etwas schlichteres Auto dagegen nie.
Buch die Klasse, die zu deinem Gepäck passt, und gib das gesparte Geld lieber vor Ort aus.
Für zwei Reisende mit je einem Koffer und Handgepäck reicht die Mittelklasse (Intermediate) völlig. Sie bietet fünf Sitze und Platz für drei bis vier Koffer, fährt sich bequem und verbraucht deutlich weniger Sprit als ein SUV. Ein größeres Auto lohnt sich erst bei mehr Gepäck oder mehr Mitfahrern.
Nein. In den USA buchst du eine Fahrzeugklasse, nicht ein bestimmtes Modell. Fast überall steht „or similar" dabei, du bekommst also irgendeinen Wagen dieser Kategorie. Steht deine Klasse nicht bereit, erhältst du ohne Aufpreis ein gleichwertiges oder größeres Auto.
Das sind ACRISS-Codes, mit denen Vermieter ihre Klassen weltweit einheitlich benennen. Der erste Buchstabe steht für die Größe (E Economy, I Intermediate, F Fullsize), der zweite für die Bauform (C Limousine, F SUV, V Van). ECAR ist also ein Economy-Wagen, IFAR ein Mittelklasse-SUV. So erkennst du über verschiedene Anbieter hinweg dieselbe Fahrzeugklasse.
Ein SUV lohnt sich bei viel Gepäck, einer großen Gruppe oder auf schlechten Straßen. Beim Sprit kostet er aber deutlich mehr, oft rund die Hälfte mehr Verbrauch als eine Mittelklasse-Limousine. Auf einer langen Rundreise macht das schnell über 100 Dollar Unterschied.
In einen Mittelklassewagen (Intermediate oder Midsize) passen etwa drei bis vier Koffer plus Handgepäck. Die Zahl schwankt je nach Modell und Kofferform. Mit vier großen Hartschalenkoffern wird es trotz fünf Sitzen eng, dann ist eine Stufe größer sinnvoll.