An der großen Preistafel steht 3,89, an der Zapfsäule plötzlich 3,99. Kein Zahlendreher, sondern System. Viele US-Tankstellen führen zwei Preise, und der Cash Preis an der Tankstelle ist der niedrigere von beiden. Auf dem Schild an der Straße steht fast immer dieser günstigere Wert, den du nur mit Bargeld bekommst. Wer mit Karte zahlt, landet automatisch beim höheren Preis.
Tankstellen zahlen bei jeder Kartenzahlung eine Gebühr an die Kartennetzwerke, im Schnitt rund 2,5 Prozent des Umsatzes. Gleichzeitig verdienen sie am Sprit selbst kaum etwas, nach Abzug von Einkauf, Steuern und Betriebskosten bleiben je nach Station nur etwa 3 bis 7 Cent pro Gallone.
Eine einzige Kartenzahlung frisst diesen Gewinn also komplett auf. Deshalb gibt es den Aufschlag, meist getarnt als Rabatt fürs Bargeld. Rechtlich ist das ein Unterschied, denn ein „Cash Discount” ist überall erlaubt, ein offener Kreditkarten-Zuschlag nicht in jedem Bundesstaat.
Üblich sind 5 bis 10 Cent Unterschied pro Gallone. Das klingt nach wenig, und meistens ist es das auch.
Interessant wird es bei den Ausreißern, und die gibt es ausgerechnet in Florida. Ein Fernsehteam von WPTV hat in Palm Beach County 15 Tankstellen abgeklappert. Fünf verlangten für Bargeld und Karte denselben Preis, sieben lagen bei den üblichen 8 bis 10 Cent.
Drei Stationen aber, eine Chevron in Jupiter sowie eine Shell und eine BP am Okeechobee Boulevard, verlangten mit Kreditkarte einen Dollar mehr pro Gallone. Nach der Nachfrage der Journalisten senkten sie den Unterschied auf 90 bis 92 Cent.
Entscheidend ist, wo diese Information stand. Der Preisunterschied hing an den Säulen, nicht auf der großen Tafel zur Straße hin. Wer vom Highway abbiegt, weil dort ein günstiger Preis leuchtet, merkt das erst beim Bezahlen.
Tipp: Suche an der Preistafel nach den kleinen Wörtern cash und credit. Stehen dort zwei Werte, weißt du sofort Bescheid. Steht nur einer, wirf vor dem Einstecken der Karte einen Blick auf den Aufkleber an der Zapfsäule selbst, dort steht der Kartenpreis.
Der Florida-Durchschnitt für Regular lag Ende August 2026 bei 3,89 Dollar pro Gallone. Ein normaler Mietwagen-Tank fasst rund 15 Gallonen, also etwa 57 Liter. So sieht eine Tankfüllung je nach Zahlweise aus.
| Zahlweise | Preis pro Gallone | Ein voller Tank |
|---|---|---|
| Bar zum Cash Preis | 3,89 $ | 58,35 $ |
| Karte, üblicher Aufschlag | 3,99 $ | 59,85 $ |
| Karte an einer Ausreißer-Station | 4,89 $ | 73,35 $ |
Bei den üblichen 10 Cent kostet dich die Karte also 1,50 Dollar pro Tankfüllung. Auf einer Rundreise mit sechs Tankstopps sind das keine 10 Dollar, dafür lohnt sich der Aufwand kaum. An einer der Ausreißer-Stationen zahlst du dagegen bei einer einzigen Füllung 15 Dollar drauf.
Der eigentliche Fehler ist also nicht die Kartenzahlung, sondern die falsche Tankstelle. Auch die Region spielt mit, in den Florida Keys liegt der Schnitt regelmäßig 25 bis 30 Cent über dem Landesschnitt.
Welche Ketten generell günstiger sind und wie du mit Treueprogrammen zusätzlich sparst, steht im Überblick zum Tanken in den USA.
Bargeld sparen klingt nur so lange gut, bis man rechnet, woher das Bargeld kommt. Eine Abhebung am US-Automaten kostet im Schnitt 3,22 Dollar Betreibergebühr, dazu kommen die Gebühren der eigenen Bank. Damit ist die Ersparnis von zwei Tankfüllungen bereits aufgebraucht, wie du das umgehst, steht im Beitrag zum Geld abheben in den USA.
Dazu kommt der Ablauf. Bar tanken geht nur per Vorkasse im Shop. Du nennst die Säulennummer und einen Betrag, gehst tanken, und wenn weniger reinpasst, musst du für die Differenz ein zweites Mal hinein.
Eine deutsche Kreditkarte kostet zusätzlich Auslandseinsatzentgelt, meist 1,5 bis 2,25 Prozent. Bei einer Tankfüllung von 60 Dollar sind das rund einen Dollar, der zum Kartenaufschlag noch dazukommt.
Meistens nicht. Rechtlich dürfen Händler auf Debitkarten keinen Zuschlag erheben, in der Praxis behandeln Tankstellen sie aber wie Kreditkarten, weil sie den höheren Preis als Normalpreis führen und Bargeld rabattieren. Frage im Zweifel im Shop nach, einzelne Ketten geben den Cash Preis auch bei Debitzahlung.
Und noch eine Zahl, die anfangs verwirrt. US-Spritpreise enden immer auf neun Zehntel Cent, aus 3,89 wird an der Säule 3,899. Das ist kein Trick, sondern eine alte Branchengewohnheit, ein Zehntelcent pro Gallone fällt nicht ins Gewicht. Welche Sorte überhaupt in den Mietwagen gehört, klärt der Beitrag zu den Benzinsorten in den USA.
Wer ohnehin Bargeld dabeihat, tankt an Stationen mit sichtbarem Cash-Rabatt bar und spart pro Füllung ein bis zwei Dollar. Wer extra dafür Geld abheben müsste, zahlt mit Karte, weil die Automatengebühr die Ersparnis auffrisst.
Wer den Preisunterschied auf der Straßentafel nicht findet und an der Säule zweistellige Centbeträge oder mehr sieht, fährt einfach weiter. In Florida liegt die nächste Tankstelle selten mehr als ein paar Minuten entfernt, und genau das ist der wirksamste Hebel.
Zwei Preise an der Tafel sind in den USA normal und meist kein Grund zur Sorge, weil der Unterschied bei 5 bis 10 Cent pro Gallone liegt. Gefährlich sind die wenigen Stationen, die einen Dollar Aufschlag nehmen und das nur an der Säule ausweisen.
Ein kurzer Blick auf die Tafel vor dem Abbiegen genügt, um genau diese zu meiden. Preise ändern sich täglich, den aktuellen Landes- und Regionalschnitt zeigt AAA.
Und wenn beide Preise identisch sind, was bei einem Drittel der geprüften Stationen der Fall war, steckst du einfach die Karte rein.
Tankstellen zahlen rund 2,5 Prozent Gebühr an die Kartennetzwerke, verdienen am Sprit selbst aber nur etwa 3 bis 7 Cent pro Gallone. Deshalb führen viele zwei Preise und gewähren einen Rabatt fürs Bargeld. Üblich sind 5 bis 10 Cent Unterschied pro Gallone.
In der Regel der Cash Preis, also der günstigere. Der Kartenpreis hängt oft nur klein an der Zapfsäule selbst. Manche Stationen weisen beide Werte mit den Zusätzen cash und credit aus, das ist der schnellste Hinweis.
Nur wenn du das Bargeld ohnehin dabeihast. Bei 10 Cent Unterschied sparst du rund 1,50 Dollar pro Tankfüllung, eine Abhebung am Automaten kostet aber im Schnitt schon 3,22 Dollar Gebühr. Bar tanken funktioniert außerdem nur per Vorkasse im Shop.
Meist nicht, die meisten Tankstellen behandeln Debitkarten wie Kreditkarten. Einzelne Ketten machen eine Ausnahme, das erfährst du nur durch Nachfragen im Shop.