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Trinkgeld im Restaurant in den USA: So viel gibst du richtig

Der schöne Abend im Restaurant, das gute Essen, und dann liegt die Rechnung auf dem Tisch. Genau hier fangen viele deutsche Urlauber an zu grübeln. Wie viel Trinkgeld im Restaurant ist in den USA eigentlich richtig? Zu wenig gilt als unhöflich, zu viel muss auch nicht sein. Mit ein paar klaren Regeln zahlst du am Ende genau den passenden Betrag, ganz ohne Rätselraten.

Wie viel Trinkgeld im Restaurant ist üblich?

In einem Restaurant mit Bedienung sind heute 18 bis 20 Prozent der Standard. 15 Prozent gelten als unteres Ende und werden eher als knapp empfunden. Für richtig guten Service darfst du gern auf 25 Prozent gehen.

Der Grund für die relativ hohen Sätze ist einfach. Servicekräfte bekommen in den USA oft nur einen sehr niedrigen Grundlohn und leben tatsächlich vom Trinkgeld. Es ist dort also kein nettes Extra, sondern ein fest eingeplanter Teil des Einkommens.

Auf welche Summe kommt das Trinkgeld?

Wichtig ist, auf welchen Betrag du rechnest. Üblich ist das Trinkgeld auf die Summe vor Steuern, also auf den reinen Preis für Essen und Getränke.

Die Sales Tax auf der Rechnung ist eine staatliche Abgabe und hat mit dem Service nichts zu tun. Du musst sie beim Trinkgeld also nicht mitrechnen. Wer der Einfachheit halber trotzdem auf die Endsumme rechnet, macht aber auch nichts falsch, es sind nur ein paar Cent mehr.

Bargeld oder Karte?

Bei der Rechnung wartet gleich der erste Aha-Moment. In Deutschland kommt sie fast nie von allein, du musst aktiv danach fragen oder dem Personal ein Zeichen geben. In den USA ist es genau umgekehrt. Dort bringt die Bedienung dir die Rechnung meistens von selbst, oft schon, sobald du fertig aussiehst, manchmal mit einem freundlichen „no rush”.

Das ist völlig normal und keine Aufforderung, sofort zu verschwinden. Der Grund ist einfach der schnellere Tischwechsel in amerikanischen Restaurants. Du kannst also in Ruhe sitzen bleiben und zahlst einfach dann, wenn du so weit bist.

Kommt die Rechnung doch mal nicht, fragst du einfach mit einem freundlichen „Could we get the check, please?”. Achte dabei auf das Wort: Es heißt check, nicht receipt. Der Receipt ist nur der Kassenbon, den du am Ende mitnimmst.

Beim Bezahlen ist dann beides möglich, Bargeld oder Karte. Anders als in Deutschland kommt die Bedienung aber nicht mit einem mobilen Kartenlesegerät an den Tisch. Stattdessen nimmt sie deine Karte kurz mit und bringt sie mit dem Beleg zurück. Das ist dort völlig normal und kein Grund zur Sorge.

Zahlst du mit Karte, bekommst du einen Beleg mit einer Zeile für Tip oder Gratuity. Dort trägst du den Betrag ein, addierst ihn zur Summe in der Zeile Total und unterschreibst. Rechne kurz nach, damit die Zahlen stimmen.

Ein kleiner Insider-Hinweis:

Wenn du magst, gib das Trinkgeld in bar, auch wenn du das Essen mit Karte zahlst. So landet es zuverlässiger direkt beim Personal und wird nicht erst über einen gemeinsamen Topf verteilt.

Automatisches Trinkgeld bei größeren Gruppen

Ein Punkt, an dem man leicht doppelt zahlt. Bei größeren Gruppen, meist ab sechs Personen, rechnen viele Restaurants das Trinkgeld automatisch dazu.

Auf der Rechnung steht dann ein Posten wie gratuity oder service charge, in der Regel 18 bis 20 Prozent. Ist dieser Betrag schon enthalten, musst du nichts mehr obendrauf geben. Ein kurzer Blick auf die Rechnung erspart dir hier bares Geld.

Vorsicht in Touristengegenden wie Miami Beach

Besonders in Touristenhochburgen wie Ocean Drive in Miami Beach solltest du die Rechnung ganz genau lesen. Viele Restaurants dort rechnen automatisch eine service charge von rund 20 Prozent auf, oft schon am Zweiertisch.

Der eigentliche Haken kommt danach. Auf dem Kartenbeleg ist trotzdem noch eine leere Tip-Zeile, manchmal sogar mit dem Hinweis „tip not included”. Wer nicht aufpasst, gibt so ein zweites Mal Trinkgeld und landet am Ende bei fast 40 Prozent. Häufig bekommst du auch nur den Kartenbeleg und gar nicht die ausführliche Rechnung, auf der die service charge überhaupt steht.

In Florida müssen Restaurants ein automatisches Trinkgeld eigentlich auf Menü und Rechnung ausweisen. In der Praxis passiert das aber nicht immer transparent. Schau also vor dem Unterschreiben kurz nach, ob unten schon „gratuity” oder „service charge” steht. Wenn ja, lässt du die Tip-Zeile einfach leer. Nebenbei landen an genau diesen Orten gern auch überteuerte Posten auf der Rechnung, etwa Wasser für 10 US-Dollar. Ein Blick auf die einzelnen Positionen lohnt sich also doppelt.

Buffet, schlechter Service und andere Sonderfälle

Auch am Buffet gibt man Trinkgeld, meist etwa 10 Prozent. Schließlich räumt das Personal ab, bringt Getränke und deckt neu ein.

War der Service wirklich schlecht, musst du nicht die vollen 20 Prozent geben. Ganz weglassen solltest du das Trinkgeld aber nur in Ausnahmefällen. Besser ist es, etwas weniger zu geben und das Problem freundlich anzusprechen. Und wenn du mit einem Gutschein oder Rabatt zahlst, rechne das Trinkgeld fairerweise auf den ursprünglichen Preis, nicht auf den reduzierten Betrag.

Fazit:

Trinkgeld im Restaurant ist in den USA weniger kompliziert, als es am Anfang wirkt. Merke dir 18 bis 20 Prozent auf den Betrag vor Steuern, wirf einen Blick auf die Rechnung wegen automatischem Trinkgeld, und gib den Betrag am besten in bar.

Wenn du das Trinkgeld von vornherein fest einplanst, gehört es schnell einfach dazu. So bleibt der schöne Restaurantbesuch in Erinnerung und nicht das Rätseln über die Rechnung.