Du buchst deinen Mietwagen für die USA, und spätestens am Schalter geht es los. Englische Kürzel, schnell gesprochen, dazu die Frage, ob du nicht noch zwei, drei Versicherungen dazunehmen willst. Wer zum ersten Mal in den USA fährt, fühlt sich da schnell überrumpelt.
Dabei ist die Mietwagen Versicherung einfacher, als sie am Schalter klingt. Zwei Dinge musst du wirklich absichern, den Schaden am Auto und die Haftpflicht gegenüber anderen. Den Rest kannst du dir sparen. Und das regelst du am besten direkt bei der Autovermietung, ohne Umweg über ein Buchungsportal.
In jedem US-Mietvertrag steckt eine gesetzliche Mindestversicherung schon drin. Nur deckt sie erstaunlich wenig. In Florida sind das gerade einmal 10.000 Dollar für Sachschäden und 10.000 Dollar für die eigene medizinische Grundversorgung.
Gemessen an dem, was in den USA nach einem Unfall eingeklagt werden kann, ist das fast nichts. Verletzt du jemanden oder beschädigst ein teures Auto, sind diese 10.000 Dollar sofort weg, und den Rest zahlst du selbst. Amerikanische Arzt- und Anwaltskosten kennen nach oben kaum eine Grenze.
Deshalb geht es bei der Mietwagen Versicherung nicht um Kratzer im Blech, sondern vor allem um die Haftpflicht. Das ist der teure Teil, den viele unterschätzen.
Die vielen Kürzel lassen sich in vier Stufen sortieren, von der Pflicht bis zum überflüssigen Extra.
Merk dir vor allem die mittleren beiden Stufen. Die Vollkasko schützt dein Auto, die erweiterte Haftpflicht schützt dich selbst. Die Extras obendrauf kannst du am Schalter ablehnen.
Tipp: Von allem, was du abschließen kannst, ist die SLI das eine, bei dem du nicht sparen solltest. Ein Schaden am eigenen Mietwagen kostet dich im schlimmsten Fall den Wert des Autos. Ein Schaden, den du anderen zufügst, kann dich dagegen ein Vielfaches davon kosten.
Viele deutsche Komplett-Tarife haben diese Haftpflicht schon eingebaut. Verlass dich aber nicht blind darauf, sondern schau vor der Buchung nach, ob sie dabei ist und auf welche Summe sie deckt. Fehlt sie, ist sie das Einzige, das du notfalls auch am Schalter noch aktiv dazunehmen solltest.
Viele Gold- und Platin-Karten werben mit einem Mietwagenschutz. Der deckt aber nur den Schaden am Auto, und auch das nur unter Bedingungen. Die ganze Miete muss mit der Karte bezahlt sein, die Vollkasko des Vermieters musst du ausdrücklich ablehnen, bestimmte Fahrzeuge sind ausgeschlossen, und dein Geld bekommst du erst im Nachhinein zurück.
Die Haftpflicht gegenüber anderen, also der teure Teil, ist bei keiner Karte dabei. Verlass dich deshalb nie allein auf die Kreditkarte und lies ihre Bedingungen vorher in Ruhe durch. Wie die Karte am Schalter als Kaution hinterlegt wird, steht im Beitrag zur Mietwagenbuchung mit Debitkarte.
Hier buchst du vorab über einen deutschen Vermittler wie ADAC-Autovermietung, CHECK24 oder Billiger-Mietwagen.de. Der Schutz steht fest, bevor du abfliegst.
Der Tagespreis sieht dafür höher aus als bei einer US-Direktbuchung. Und im Schadensfall zahlst du vor Ort zunächst selbst und holst dir das Geld anschließend vom Vermittler zurück. Für Einsteiger, die es bequem und planbar wollen, ist dieser Weg trotzdem eine gute Wahl.
Hier buchst du direkt bei einer Autovermietung wie Hertz, Avis oder Alamo.
Dafür musst du die Vollkasko und die erweiterte Haftpflicht selbst dazunehmen, am besten gleich online statt am Schalter. Die erweiterte Haftpflicht allein kostet am Schalter je nach Anbieter rund 15 bis 25 Dollar pro Tag. Ohne Vollkasko berechnet dir der Vermieter bei einem Schaden außerdem den Nutzungsausfall und eine Verwaltungsgebühr obendrauf. Was direkt nach einem Unfall mit dem Mietwagen zu tun ist, haben wir dir separat aufgeschrieben.
Tipp: Buchst du über ein Vergleichsportal, stehst du im Schadensfall schnell zwischen den Stühlen. Der US-Vermieter will sein Geld sofort, das Portal oder der deutsche Versicherer erstattet erst später. Bei einer Direktbuchung weißt du dagegen sofort, wer dein Ansprechpartner ist.
Ein Schaden am eigenen Blech ärgert dich um ein paar hundert Dollar, ein Schaden an anderen kann dich ein Vielfaches kosten. Ob Komplettpaket oder Direktbuchung ist am Ende Geschmackssache, die erweiterte Haftpflicht ist dagegen Pflicht für dich selbst.
Wähl den Weg, der zu dir passt, und achte nur darauf, dass die beiden wichtigen Versicherungen wirklich drin sind.
Beides funktioniert. Das Komplettpaket ist bequem und vorab bezahlt, dafür im Tagespreis höher. Die Direktbuchung ist oft günstiger und hat im Schadensfall nur einen Ansprechpartner, du musst Vollkasko und erweiterte Haftpflicht aber selbst dazubuchen. Für den ersten USA-Urlaub ist das Komplettpaket einfacher, wer sich auskennt, fährt direkt oft besser.
Zwei Dinge, die Vollkasko (CDW oder LDW) für Schäden am Mietwagen und vor allem die erweiterte Haftpflicht (SLI) für Schäden an anderen. Die gesetzliche Mindestdeckung in Florida liegt nur bei 10.000 Dollar und reicht nicht. Alle weiteren Angebote am Schalter kannst du in der Regel ablehnen.
Meist nicht. Viele Gold- und Platin-Karten decken nur Schäden am Mietwagen selbst, und das nur unter Bedingungen. Die Haftpflicht gegenüber anderen übernimmt keine Kreditkarte, und genau die ist in den USA der teure Teil.
Der Wagen muss haftpflichtversichert sein, das gesetzliche Minimum ist aber sehr niedrig, in Florida nur 10.000 Dollar für Sach- und 10.000 Dollar für Personenschäden. Die erweiterte Haftpflicht mit einer Deckung bis in den Millionenbereich ist nicht vorgeschrieben, gilt aber als der wichtigste Schutz.