Kurz vor dem Abflug taucht sie in fast jeder Reisevorbereitung auf, die Frage nach dem Bargeld. Solltest du schon in Deutschland Dollar tauschen, oder reicht die Karte? Die kurze Antwort lautet, ein kleines Startgeld kann sinnvoll sein, das komplette Urlaubsbudget zu tauschen kostet dagegen unnötig viel. Warum das so ist, zeigt ein Blick auf die Kurse.
Der Kurs, den du bei Google siehst, ist der Devisenkurs für bargeldloses Geld. Beim Tausch von Scheinen gilt dagegen der Sortenkurs, und der liegt immer darunter, weil Banken die Beschaffung, Lagerung und den Transport des Bargelds einpreisen. Beim Marktführer ReiseBank lag der Aufschlag für US-Dollar zuletzt bei rund 4 bis 5 Prozent über dem Devisenmittelkurs, dazu kommen bei Online-Bestellung Versandkosten von bis zu 12,50 Euro.
Deine Hausbank ist selten günstiger, denn viele Sparkassen und Volksbanken wickeln das Sortengeschäft ohnehin über Dienstleister ab. Außerdem liegen Dollars dort meist nicht am Schalter bereit. Die Bestellung dauert je nach Institut 1 bis 5 Werktage, plane den Tausch deshalb nicht auf den letzten Drücker. Kurse und Gebühren ändern sich laufend, den tagesaktuellen Aufschlag siehst du direkt im Webshop der ReiseBank.
Angenommen, du willst 500 Euro Reisebudget in bar dabeihaben. So schneiden die drei üblichen Wege ab, gerechnet mit rund 4 Prozent Sortenaufschlag, der durchschnittlichen US-Automatengebühr von 3,22 Dollar und einer Hausbank-Karte mit mindestens 7,50 Euro pro Abhebung.
| Weg | Kursaufschlag / Gebühr | Nebenkosten | Gesamt |
|---|---|---|---|
| In Deutschland tauschen (ReiseBank online) | ca. 20 € | Versand bis 12,50 € | gut 30 € |
| In den USA abheben, Hausbank-Karte | 7,50 € | ca. 3 $ Surcharge | ca. 11 € |
| In den USA abheben, gebührenfreie Reisekarte | 0 € | ca. 3 $ Surcharge | ca. 3 € |
Der Tausch in Deutschland ist damit die teuerste der drei Varianten, rund das Zehnfache der gebührenfreien Karte. Deshalb gilt als Faustregel, nur das Startgeld für die Ankunft zu tauschen und den Rest vor Ort abzuheben. Wie du dabei die Gebühren am Automaten drückst, steht ausführlich im Beitrag zum Geld abheben in den USA.
Für die ersten Stunden im Land reichen 50 bis 100 Dollar in kleinen Scheinen fast immer aus. Damit bezahlst du das Trinkgeld für den Shuttle-Fahrer, den Kofferträger im Hotel oder den ersten Kaffee, falls das Terminal streikt. Alles andere läuft in den USA ohnehin über die Karte.
Bestell beim Tausch gezielt kleine Scheine, also Einer, Fünfer und Zehner. Bei der ReiseBank und vielen Sparkassen kannst du die Stückelung bei der Online-Bestellung selbst wählen. Fürs Trinkgeld sind kleine Scheine Gold wert, denn Wechselgeld gibt es dabei nicht.
Bevor du überhaupt tauschst, lohnt sich der Blick in die Schublade. US-Dollar verlieren nämlich nie ihre Gültigkeit, laut US-Notenbank bleiben alle jemals ausgegebenen Federal-Reserve-Noten unbegrenzt gesetzliches Zahlungsmittel. Die zerknitterten 20 Dollar von der Reise vor zehn Jahren funktionieren also weiterhin.
Restdollar nach dem Urlaub zurückzutauschen kostet dagegen erneut, denn dann greift der Ankaufskurs plus je nach Anbieter eine Gebühr, bei der ReiseBank bis zu 10 Euro für nicht dort gekaufte Scheine. Deshalb ist es meist klüger, übrig gebliebene Dollars einfach für die nächste USA-Reise zu behalten.
Wer eine gebührenfreie Reisekarte hat, tauscht in Deutschland höchstens 50 bis 100 Dollar Startgeld und hebt den Rest in den USA ab. Wer nur die Hausbank-Karte besitzt, fährt mit einer einzigen größeren Abhebung vor Ort trotzdem günstiger als mit dem Tausch daheim. Wer partout nicht vom Bargeld lassen kann, bestellt online mit Preisvergleich und kleiner Stückelung, aber eben nur einen Teil des Budgets.
Für die Ankunft sind ein paar kleine Scheine praktisch, mehr Aufgabe hat der Tausch in Deutschland nicht. Ab dem ersten Tag im Land ist jede Abhebung am Automaten günstiger, mit der richtigen Karte sogar um ein Vielfaches. Prüfe vor der Bestellung den tagesaktuellen Kurs, denn Aufschläge und Gebühren ändern sich, und plane die Lieferzeit von einigen Werktagen ein.
Und bevor du tauschst, schau erst in die Schublade, vielleicht liegt dein Startgeld da schon seit der letzten Reise bereit.
Bei der ReiseBank online oder in über 80 Filialen an Flughäfen und Bahnhöfen sowie bei vielen Sparkassen und Volksbanken per Bestellung. US-Dollar liegen selten am Schalter bereit, die Bestellung dauert je nach Institut 1 bis 5 Werktage. Rechne mit einem Kursaufschlag von rund 4 bis 5 Prozent plus eventuellen Versandkosten.
Für die Ankunft reichen 50 bis 100 Dollar in kleinen Scheinen, vor allem für Trinkgelder. Fast alles andere bezahlst du in den USA mit Karte, den restlichen Bargeldbedarf hebst du günstiger vor Ort am Automaten ab.
Ja, US-Dollar verlieren nie ihre Gültigkeit. Laut US-Notenbank bleiben alle jemals ausgegebenen Federal-Reserve-Noten unbegrenzt gesetzliches Zahlungsmittel, egal aus welchem Jahr sie stammen. Restdollar von früheren Reisen kannst du also bedenkenlos wieder mitnehmen.
Es gibt keine Obergrenze, aber ab einem Gegenwert von 10.000 US-Dollar musst du das Bargeld bei der Einreise beim US-Zoll (CBP) anmelden. Das gilt für die Summe pro Familie oder Reisegruppe, nicht pro Person.