Du landest nach dem langen Flug, willst nur noch deinen reservierten Wagen abholen, und am Counter fragt die Mitarbeiterin nach einer Kreditkarte. Du legst deine deutsche Karte hin, auf der groß Visa oder Mastercard steht, und trotzdem wird es plötzlich kompliziert.
Ob du mit Kreditkarte oder mit einer Debitkarte anreist, macht am Schalter einen großen Unterschied. Nicht beim Fahren, sondern bei der Kaution, bei der Dauer der Blockierung und bei der Frage, welcher Anbieter dich überhaupt mit Debitkarte fahren lässt. Genau das schauen wir uns hier an.
Beim Abholen blockiert die Autovermietung eine Kaution auf deiner Karte, ähnlich wie im Hotel. Damit sichert sie sich gegen Schäden, Tankkosten, Maut oder Strafzettel ab, die erst nach der Rückgabe auftauchen.
Bei einer echten Kreditkarte senkt dieser Hold nur deinen Verfügungsrahmen, das Geld auf dem Konto bleibt unberührt. Bei einer Debitkarte wird die Kaution dagegen als echtes Guthaben von deinem Girokonto abgezogen. Dieser eine Unterschied erklärt fast alles, was am Schalter danach anders läuft.
So unterscheiden sich die beiden Karten am Schalter.
Die genaue Höhe hängt von Anbieter, Station und Fahrzeugklasse ab und ändert sich immer wieder, prüf sie vor der Buchung also direkt beim Vermieter.
Ein fehler der die meisten überrascht. Viele deutsche Direktbanken geben heute eine Visa Debit oder Debit Mastercard aus. Im Supermarkt, im Restaurant und beim Tanken verhält sie sich wie eine Kreditkarte und wird überall akzeptiert.
Am Mietwagen-Counter zählt sie aber als das, was sie technisch ist, nämlich eine Debitkarte. Damit greifen die strengeren Regeln, egal wie sehr die Karte im Alltag wie eine Kreditkarte wirkt. Eine reine Girocard ohne Visa- oder Mastercard-Logo wird am Counter übrigens gar nicht angenommen, ebenso wenig Prepaid-Karten, Apple Pay oder Google Pay.
Bei der Kaution zeigt sich der eigentliche Unterschied. Enterprise sperrt je nach Station und Fahrzeugklasse grob zwischen 200 und 850 Dollar, zusätzlich zum Mietpreis. Hertz blockiert mit Kreditkarte bis zu 200 Dollar plus die geschätzten Mietkosten, mit Debitkarte dagegen rund 500 Dollar plus Miete.
Entscheidend ist aber nicht nur die Höhe, sondern die Dauer. Gibst du das Auto zurück, ist die Kreditkarten-Blockade fast sofort weg. Bei einer Debitkarte dauert es laut Enterprise und Hertz je nach Bank fünf bis zehn Werktage, bis das Geld wieder auf dem Konto sichtbar ist. Das trifft dich oft noch mitten im Urlaub.
Sobald mehrere Blockierungen zusammenkommen, etwa Hotel und Mietwagen gleichzeitig, wird die Debitkarte deshalb schnell zum Engpass. Wie der Sperrbetrag im Hotel auf deiner Karte funktioniert, haben wir dir separat erklärt, am Counter läuft es genauso, nur meist mit höheren Beträgen.
Ob ein Mietwagen mit Debitkarte klappt, hängt stark vom Anbieter und vom Standort ab. Am Flughafen stehen die Chancen deutlich besser als im Innenstadtbüro.
Fast alle verlangen ein Rückflugticket auf deinen Namen, bei Sixt muss es mindestens 24 Stunden vor der Abholung gebucht sein. Dazu kommen oft ein zweiter Ausweis und der Ausschluss von Luxus- und Sportwagen. Hertz nimmt Debitkarten in Städten wie New York, New Jersey, Connecticut oder Atlanta nur an, wenn die Karte vorher im Vielmieter-Profil hinterlegt ist. Die offiziellen Regeln stehen bei Enterprise, Alamo und Sixt in den Zahlungsbedingungen.
Wer eine echte Kreditkarte mit genügend Rahmen hat, legt genau diese vor. Die Kaution drückt dann nur aufs Limit, du brauchst kein Rückflugticket und sparst dir die Extra-Nachweise. Für die meisten USA-Reisen ist das der entspannteste Weg.
Wer nur eine Debitkarte hat, bucht am besten am Flughafen bei Enterprise, Alamo, National oder Sixt, hält das Rückflugticket bereit und legt sich vorher einen Puffer von einigen Hundert Dollar aufs Konto. So klappt ein Mietwagen mit Debitkarte zuverlässig, verlangt aber mehr Vorbereitung.
Wer ganz sichergehen will, reist mit zwei Karten. Die Kreditkarte übernimmt Kaution und Mietwagen, die Debitkarte bleibt für Bargeld und Einkäufe frei. So legt eine einzige Blockierung nie den ganzen Urlaub lahm.
Ein Mietwagen mit Debitkarte ist in den USA möglich, aber kein Selbstläufer. Höhere Kaution, längere Freigabe, Rückflugticket und ausgeschlossene Fahrzeugklassen sind der Preis dafür. Mit einer echten Kreditkarte fällt all das weg, deshalb würden wir für eine größere Rundreise klar zur Kreditkarte greifen.
Für einen kurzen Trip mit einem einzigen Wagen reicht eine gut vorbereitete Debitkarte aber völlig. Klär einfach vor dem Abflug, wie viele Blockierungen gleichzeitig auf deinem Konto liegen, dann ist der Counter nur noch Formsache.
Ja, viele Anbieter wie Enterprise, Alamo, National und Sixt akzeptieren am Flughafen eine Visa- oder Mastercard-Debitkarte. Du brauchst dafür fast immer ein Rückflugticket auf deinen Namen und oft einen zweiten Ausweis. Für Luxus- und Sportwagen ist eine Debitkarte meist ausgeschlossen.
Die Kaution liegt je nach Anbieter und Fahrzeugklasse grob zwischen 200 und 850 Dollar zusätzlich zum Mietpreis. Mit Debitkarte fällt sie oft höher aus als mit Kreditkarte, bei Hertz etwa rund 500 statt bis zu 200 Dollar. Das Geld wird dabei echt von deinem Girokonto abgezogen.
Nach der Rückgabe gibt die Vermietung die Kaution frei, aber je nach Bank dauert es fünf bis zehn Werktage, bis das Geld wieder sichtbar ist. Bei einer Kreditkarte verschwindet die Blockierung dagegen fast sofort.
Für die meisten Reisen ist die Kreditkarte entspannter, weil die Kaution nur aufs Limit drückt, kein Rückflugticket nötig ist und alle Fahrzeugklassen offenstehen. Eine Debitkarte funktioniert, verlangt aber Rückflugticket, höhere Kaution und mehr Geduld bei der Freigabe.