Du fährst vor dein Hotel, und noch bevor du den Motor ausmachst, öffnet jemand die Fahrertür. Valet Parking ist in den USA Alltag, nicht nur an Luxushotels, sondern auch vor Restaurants, Einkaufszentren und Krankenhäusern. Wer das nicht kennt, steht im ersten Moment ratlos da. Der Ablauf ist aber überall derselbe, und nach dem ersten Mal ist es unkompliziert.
Valet Parking ist ein Service, bei dem du dein Auto direkt vor einem Hotel, Restaurant oder Einkaufszentrum abgibst. Statt selbst einen Parkplatz zu suchen, übergibst du dein Auto am Eingang. Ein Angestellter parkt es und holt es wieder, wenn du es brauchst. Der Parkplatz selbst liegt oft nicht am Gebäude, sondern in einem Parkhaus in der Nachbarschaft, das die Firma angemietet hat.
Bezahlt wird meist pauschal pro Nacht oder pro Besuch. Verbreitet ist Valet überall dort, wo Platz knapp und teuer ist, also am Las Vegas Strip, in Manhattan, in South Beach und in den Innenstädten großer Städte.
Der Vorgang dauert keine zwei Minuten und läuft überall ähnlich ab.
Die Schlüssel bleiben also die ganze Zeit beim Valet-Dienst. Das ist so gewollt, denn das Auto steht meist eingeparkt in einer Reihe und muss zwischendurch umgesetzt werden. Bei einem Hotelaufenthalt heißt das, du kommst nicht spontan an dein Auto, ohne beim Valet-Stand zu fragen.
Tipp: Ruf oder geh 10 bis 15 Minuten vorher am Valet-Stand vorbei und gib deine Nummer durch, bevor du losfahren willst. Abends in der Hochsaison dauert die Ausgabe sonst deutlich länger, weil alle gleichzeitig zum Essen aufbrechen.
Die Sorge ist berechtigt, jemand Fremdem den Autoschlüssel zu geben. Es hilft zu wissen, dass Valet-Dienste in den meisten Städten eine Genehmigung brauchen. Die Regeln setzt dabei die Kommune, nicht der Bund, sie unterscheiden sich also von Ort zu Ort.
In Miami Beach etwa benötigt jeder Betreiber eine Lizenz als Parkbetrieb, eine Standortfreigabe, einen Versicherungsnachweis und einen nachgewiesenen Stellplatz für die Fahrzeuge. In der Stadt Miami läuft das über die Parkbehörde, ebenfalls mit Versicherungs- und Gewerbenachweis.
Üblich ist dabei eine Aushangpflicht, und die ist dein bestes Erkennungsmerkmal. Betreiber müssen an der Einfahrt gut sichtbar ein Schild aufhängen, auf dem der Name des Betreibers, die Adresse, die Gewerbenummer und die vollständige Preisliste stehen. Fehlt dieses Schild, stimmt etwas nicht.
Dazu kommen die üblichen Zeichen. Valets tragen Uniform oder zumindest Poloshirt mit Logo, stehen an einem festen Stand mit Schlüsselbrett, und der Abholbeleg trägt den Namen des Betriebs. Im Zweifel fragst du an der Rezeption nach, bevor du den Schlüssel aus der Hand gibst.
Das ist die häufigste Unsicherheit, und die Antwort ist einfacher als gedacht. Üblich sind 2 bis 5 Dollar, und der übliche Moment ist die Abholung, wenn dir der Wagen gebracht wird. Dann ist die Leistung erbracht.
Bei der Abgabe ist ein Trinkgeld optional. Wer zwei bis drei Dollar gibt, bekommt oft einen näheren Stellplatz und schnelleren Service. In gehobenen Hotels ist es üblich, beide Male etwas zu geben, weil selten dieselbe Person parkt und ausgibt.
Das Trinkgeld ist immer zusätzlich zur Parkgebühr, auch wenn diese aufs Zimmer gebucht wird. Und es fällt bei jeder Abholung an, nicht einmal pro Nacht.
Tipp: Halte kleine Scheine bereit, am besten Einer und Fünfer. Bargeld ist bei Valets nach wie vor Standard, und niemand wechselt dir am Eingang einen Zwanziger.
Der Valet fährt dein Auto, mehr nicht, für Wertsachen haftet niemand. Nimm Bargeld, Kameras, Laptops und Reisedokumente mit oder leg sie in den Kofferraum, bevor du vorfährst.
Praktisch ist außerdem, das Navi zu beenden und das Radio leiser zu stellen, damit der Fahrer nicht gegen eine Sprachansage ankämpft. Wer einen Mietwagen fährt, sollte den Mietvertrag mitnehmen und nicht im Handschuhfach liegen lassen. Welche Papiere im Auto bleiben müssen, steht im Beitrag zum Mietwagen in den USA.
Die Preise unterscheiden sich stark nach Ort. In gefragten Strand- und Innenstadtlagen zahlst du an Hotels 40 bis 60 Dollar pro Nacht, etwas außerhalb 35 bis 50 Dollar. Vor Restaurants sind pauschal 10 bis 20 Dollar für den Abend üblich, teils übernimmt das Restaurant die Gebühr und du zahlst nur Trinkgeld.
Wer am Strand wohnt und ohnehin keine Alternative hat, nimmt Valet und plant Gebühr plus Trinkgeld ein. Wer die Wahl zwischen Valet und einem Parkhaus hat und mehrmals täglich fährt, nimmt das Parkhaus, weil sonst jede Rückkehr Trinkgeld kostet.
Wer spät abends ankommt, mit viel Gepäck reist oder in einer Gegend parkt, in der es nachts unangenehm wird, ist mit Valet gut bedient. Das ist der Punkt, an dem der Aufpreis tatsächlich etwas leistet.
Mit der Schlüsselübergabe übernimmt der Betrieb dein Auto gegen Entgelt und schuldet dafür Sorgfalt. Er muss es also so zurückgeben, wie er es bekommen hat.
Der Haftungsausschluss auf dem Beleg ist dabei schwächer, als er klingt. Gerichte erkennen ihn bei Valet regelmäßig nicht an, weil sich niemand von der Haftung für eigene Fahrlässigkeit freizeichnen kann. Hat der Valet aber korrekt geparkt und ein Dritter fährt den Wagen an, haftet der Betrieb meist nicht.
Tipp: Melde den Schaden, bevor du das Gelände verlässt, danach lässt sich kaum noch belegen, wo die Delle herkommt. Fotos machen, schriftlichen Vorfallbericht verlangen. Beim Mietwagen zusätzlich die Vermietung informieren, denn dort haftest du zunächst selbst.
Der Ablauf ist immer gleich, vorfahren, Schlüssel abgeben, Beleg nehmen. Die einzigen zwei Dinge, die du dir merken musst, sind der Beleg und das Trinkgeld bei der Abholung.
Achte auf das Preis- und Lizenzschild, dann weißt du auch, mit wem du es zu tun hast. Preise ändern sich saisonal und je nach Stadt, die Angaben hier sind Größenordnungen. Wie sich Parkgebühren auf die Hotelrechnung auswirken, zeigt der Beitrag zu den Resort Fees in Florida.
Und falls du zum ersten Mal vorfährst, einfach anhalten und warten. Alles Weitere macht der Mann an der Tür von selbst.
Üblich sind 2 bis 5 Dollar, gegeben bei der Abholung, wenn dir der Wagen gebracht wird. Bei der Abgabe ist ein Trinkgeld optional, in gehobenen Hotels geben viele beide Male etwas. Das Trinkgeld kommt immer zur Parkgebühr dazu, auch wenn diese aufs Zimmer läuft.
Nein, der Schlüssel bleibt bis zur Abholung beim Valet-Dienst, weil die Fahrzeuge oft dicht geparkt und zwischendurch umgesetzt werden. Du erhältst stattdessen einen nummerierten Beleg. Willst du an dein Auto, meldest du dich damit am Valet-Stand.
In den meisten Städten brauchen Valet-Betreiber eine Genehmigung und müssen an der Einfahrt ein Schild mit Betreibernamen, Adresse, Gewerbenummer und Preisliste aushängen. Dazu kommen Uniform, ein fester Stand mit Schlüsselbrett und ein Beleg mit Firmenname. Im Zweifel an der Rezeption nachfragen.
Meist 5 bis 10 Minuten, abends in der Hochsaison auch 15 bis 20. Wer die Belegnummer 10 bis 15 Minuten vorher am Stand durchgibt, wartet deutlich kürzer.