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Wetter in Florida: 5 Mythen, die sich hartnäckig halten

Kaum ein Reiseziel hat so viele Wetterlegenden wie der Sunshine State. Die Regenzeit gilt als verlorener Urlaub, die Hurrikansaison als Dauerkatastrophe und der Winter als Sommer mit anderem Datum. Das Wetter in Florida ist tatsächlich anders als in Deutschland, nur selten so, wie es in Foren erzählt wird. Fünf Sätze, die du immer wieder hörst, und was die Daten der US-Wetterbehörden dazu sagen.

Regnet es in der Regenzeit den ganzen Tag?

Nein. Die Regenzeit läuft von Ende Mai bis Ende Oktober und bringt rund 68 Prozent des Jahresniederschlags. Der Regen verteilt sich aber nicht über den Tag, sondern kommt konzentriert.

Der Grund ist Floridas Form. Vom Golf und vom Atlantik zieht jeweils eine Seebrise landeinwärts, und wo die beiden aufeinandertreffen, entstehen am Nachmittag Gewitter. Das Wetter in Florida folgt im Sommer damit einem festen Tagesrhythmus. Der Vormittag ist oft sonnig, gegen 15 oder 16 Uhr kommt der Schauer, und am Abend ist der Himmel häufig wieder frei.

Für die Planung heißt das, den Strand oder den Themenpark auf den Vormittag zu legen und den Nachmittag flexibel zu halten.

Bedeutet Hurrikansaison, dass ständig Hurrikane kommen?

Die Saison dauert vom 1. Juni bis zum 30. November, ihren statistischen Höhepunkt hat sie am 10. September. Die aktive Phase liegt zwischen Mitte August und Mitte Oktober.

Entscheidend ist die Bezugsgröße. Im Schnitt entstehen pro Saison 14 benannte Stürme, 7 Hurrikane und 3 schwere Hurrikane, gemessen über den gesamten Atlantik von Afrika bis in die Karibik. Nur ein Bruchteil davon trifft überhaupt auf Land, und ein noch kleinerer Teil auf Florida.

Dazu kommt die Vorwarnzeit. Das National Hurricane Center gibt eine Hurricane Watch rund 48 Stunden vorher heraus und eine Hurricane Warning rund 36 Stunden vorher. Ein Hurrikan überrascht dich also nicht am Pool, sondern kündigt sich tagelang an.

Wie ist das Wetter in Florida im Winter?

Das kommt darauf an, wo du bist. Zwischen Key West und der Grenze zu Georgia liegen gut 800 Kilometer, und das merkt man im Januar deutlich.

Die Normalwerte des US-Wetterdienstes für den Zeitraum 1991 bis 2020 sehen im Januar so aus:

  • Key West: rund 24 Grad tagsüber, 19 Grad nachts
  • Miami: rund 24 Grad tagsüber, 16 Grad nachts
  • Orlando: rund 22 Grad tagsüber, 11 Grad nachts
  • Tallahassee: rund 18 Grad tagsüber, 5 Grad nachts


Im Norden Floridas gibt es im Winter Frost, und auch in Orlando kann es nach einer Kaltfront nachts einstellig werden. Eine lange Hose und eine leichte Jacke gehören deshalb selbst im Januarurlaub ins Gepäck. Wer die Everglades besucht, hat in dieser trockenen Jahreszeit ohnehin die besten Bedingungen, mehr dazu im Everglades-Nationalpark-Guide.

Sind Floridas Gewitter wirklich gefährlich?

Ja, und das ist der Punkt, den die meisten unterschätzen. Florida führt die US-Statistik bei Blitzunfällen an, im langjährigen Mittel sterben hier rund neun Menschen pro Jahr durch Blitzschlag. Zentralflorida zählt je nach Ort 70 bis 100 Gewittertage im Jahr.

Der Grund ist derselbe wie beim Nachmittagsregen, die kollidierenden Seebrisen. Gefährlich wird es vor allem am offenen Strand, auf dem Golfplatz und im Wasser.

Tipp: Der US-Wetterdienst arbeitet mit einer einfachen Regel. Sobald du Donner hörst, ist das Gewitter nah genug, um dich zu treffen. Dann geht es in ein Gebäude oder ins Auto, und zwar bis 30 Minuten nach dem letzten Donner. Themenparks und Strandbäder räumen aus genau diesem Grund die Pools und Wasserattraktionen, das ist keine Übervorsicht.

Braucht man bei Wolken keine Sonnencreme?

Doch, und zwar dringend. Nach Angaben der US-Umweltbehörde EPA lassen aufgelockerte Wolken noch 89 Prozent der UV-Strahlung durch, eine gebrochene Wolkendecke 73 Prozent und selbst ein komplett bedeckter Himmel 31 Prozent.

Dazu kommt der Winkel. Florida liegt deutlich südlicher als jeder Punkt in Deutschland, Key West etwa auf der Höhe von Kuba. Der UV-Index ist hier auch im Winter höher als in Deutschland im Hochsommer. Der klassische Urlaubssonnenbrand passiert deshalb selten am ersten Strandtag, sondern am bewölkten Tag im Themenpark.

Fazit: gut planbar, wenn man die Muster kennt

Das Wetter in Florida ist berechenbarer als sein Ruf. Die Regenzeit kostet dich meist zwei Nachmittagsstunden, nicht den Urlaub, und ein Hurrikan kündigt sich mit Tagen Vorlauf an.

Ernst nehmen solltest du dagegen die zwei Dinge, über die kaum jemand spricht: die Gewitter und die UV-Strahlung. Beides ist deutlich stärker als in Deutschland, und beides lässt sich mit einer Jacke, einer Sonnencreme und einem Blick auf den Himmel gut in den Griff bekommen. Wie bei den gefährlichen Tieren in Florida gilt auch hier, dass Respekt reicht und Angst überflüssig ist.

Wetterlagen ändern sich kurzfristig. Aktuelle Warnungen und Vorhersagen findest du beim National Weather Service und beim National Hurricane Center.

Häufige Fragen zum Wetter in Florida

Von Ende Mai bis Ende Oktober. In dieser Zeit fallen rund 68 Prozent des Jahresniederschlags, meist als kurze Gewitter am Nachmittag. Vormittage sind häufig sonnig.

Nicht grundsätzlich. Die Saison läuft vom 1. Juni bis 30. November, aktiv ist vor allem Mitte August bis Mitte Oktober mit dem Höhepunkt am 10. September. Warnungen kommen 36 bis 48 Stunden im Voraus, und eine Reiserücktrittsversicherung deckt den Fall meist ab.

Im Januar liegen die Normalwerte in Miami bei rund 24 Grad tagsüber und 16 Grad nachts, in Tallahassee im Norden dagegen bei 18 und 5 Grad. Nach Kaltfronten sind auch in Orlando einstellige Nachttemperaturen möglich.

Florida führt die US-Statistik bei Blitzunfällen an, im Mittel sterben rund neun Menschen pro Jahr. Sobald du Donner hörst, solltest du ein Gebäude oder ein Auto aufsuchen und dort 30 Minuten nach dem letzten Donner bleiben.