Tampa wird häufig nur als Zwischenstopp auf dem Weg nach Clearwater, Orlando oder zu den Stränden betrachtet. Dabei hat sich die Stadt in den vergangenen Jahren zu einem der interessantesten Ziele an Floridas Golfküste entwickelt.
Das Besondere ist die Mischung. Am Riverwalk zeigt sich Tampa modern und urban. In Ybor City geht es um Zigarren, kubanische Geschichte und freilaufende Hühner. Dazu kommen bekannte Attraktionen wie ZooTampa, das Florida Aquarium und Busch Gardens.
Tampa ist keine klassische Strandstadt und auch kein kleineres Orlando. Die Stadt passt besonders gut zu dir, wenn du Essen, Geschichte, Wasser und ein bisschen Großstadtgefühl miteinander verbinden möchtest.
Flugverbindungen: Tampa besitzt einen internationalen Flughafen (TPA), der von Europa aus sogar direkt angeflogen wird (z.B. Eurowings Discover ab Frankfurt). Alternativ landet ihr in Orlando oder Miami und fahrt mit dem Mietwagen (~1–4 Std.) nach Tampa.
Einreisebestimmungen: Für Touristen aus Deutschland ist ein gültiger Reisepass und eine ESTA-Genehmigung nötig (falls du nicht schon ein Visum hast). Prüfe immer vorab die aktuellen Bestimmungen
Beste Reisezeit: Die beste Reisezeit liegt im Frühjahr und Herbst – z.B. März/April oder Oktober: Warm genug für Strandtage, aber ohne extreme Luftfeuchtigkeit. Generell gilt: In Tampa ist eigentlich immer Saison, nur im Hochsommer kann die Hitze etwas anstrengend sein.
Unser Tipp: Im Frühling und Herbst finden viele lokale Events in Tampa statt. Ein Highlight im Winter ist das Gasparilla Pirate Fest Ende Januar, wenn verkleidete Piraten die Stadt “entern” – einmalig verrückt, aber auch voll. Wer es ruhiger mag, meidet dieses Wochenende.
Downtown, Water Street und der Riverwalk lassen sich gut zu Fuß erkunden. Auch Ybor City erreichst du ohne Auto, denn die historische TECO Line Streetcar verbindet Downtown, den Channel District und Ybor City. Die Fahrt ist kostenlos, die Bahnen verkehren derzeit üblicherweise alle 15 Minuten. Für die gesamte Strecke benötigt die Streetcar ungefähr 25 Minuten.
Außerhalb dieser Bereiche wird ein Auto schnell praktisch. ZooTampa, Busch Gardens, Seminole Heights und die Strände liegen zu weit auseinander, um alles bequem zu Fuß oder nur mit der Straßenbahn zu erreichen.
Uber und Lyft funktionieren in Tampa gut. Für einen reinen Tag rund um Downtown und Ybor City kannst du den Mietwagen deshalb durchaus stehen lassen.
Der Tampa Riverwalk ist der beste Einstieg in die Stadt. Die rund 2,6 Meilen lange Uferpromenade führt am Hillsborough River entlang und verbindet Parks, Museen, Restaurants und mehrere der wichtigsten Bereiche von Downtown.
Ein guter Ausgangspunkt ist der Curtis Hixon Waterfront Park. Von hier blickst du über den Fluss auf die auffälligen Minarette der University of Tampa. Das frühere Tampa Bay Hotel gehört bis heute zu den ungewöhnlichsten Gebäuden der Stadt. Ein Teil davon beherbergt das Henry B. Plant Museum.
Direkt am Park liegen außerdem das Tampa Museum of Art und das Glazer Children’s Museum. Wer historische Kinos mag, sollte sich das Tampa Theatre ansehen. Hinter der eher unscheinbaren Fassade wartet ein aufwendig gestalteter Kinosaal mit Balkonen und künstlichem Sternenhimmel.
Du musst den Riverwalk nicht komplett ablaufen. Für einen ersten Eindruck reicht der Bereich zwischen Curtis Hixon Park, Convention Center und Water Street. Am späten Nachmittag wird es angenehmer, und mit der einsetzenden Beleuchtung wirkt Downtown deutlich lebendiger.
Rund um Water Street Tampa zeigt sich die moderne Seite der Stadt. Neue Hotels, Restaurants, öffentliche Kunst und breite Gehwege haben das ehemalige Hafengebiet stark verändert.
Am Ende dieses Bereichs liegt Sparkman Wharf. Auf dem Gelände findest du Restaurants, Sitzplätze im Freien, eine große Rasenfläche und regelmäßig kleinere Veranstaltungen. Es eignet sich gut für eine Pause, ein unkompliziertes Mittagessen oder einen Drink vor einer Veranstaltung in der nahegelegenen Arena.
Sparkman Wharf ist kein Geheimtipp. Es ist modern, sauber und angenehm, kann am Wochenende aber voll werden. Als Verbindung zwischen Riverwalk, Florida Aquarium und Water Street ist der Bereich trotzdem sinnvoll.
Ybor City gehört zu den Orten, die Tampa wirklich von anderen Städten in Florida unterscheiden. Das Viertel entstand Ende des 19. Jahrhunderts rund um die Zigarrenindustrie. Kubanische, spanische und italienische Einwanderer prägten die Architektur, das Essen und die Kultur des Stadtteils.
Am besten erkundest du Ybor City rund um die 7th Avenue. Zwischen alten Backsteingebäuden findest du Zigarrenläden, Cafés, Restaurants und kleinere Museen. Noch heute werden in einigen Geschäften Zigarren von Hand gerollt.
Zu Ybor gehören auch die freilaufenden Hühner und Hähne. Sie leben seit Generationen im Viertel und stehen inzwischen fast genauso für Ybor City wie die Zigarren. Die Tiere werden durch Tampas Vogelschutzbestimmungen geschützt.
Ein bekannter Stopp ist das Columbia Restaurant. Das ursprüngliche Restaurant wurde 1905 eröffnet und wird noch immer von der Gründerfamilie geführt. Es gilt als ältestes Restaurant Floridas und ist berühmt für spanisch-kubanische Gerichte.
Wir würden Ybor City eher tagsüber oder am frühen Abend besuchen. Dann kannst du die Gebäude, Zigarrenläden und kleinen Details in Ruhe ansehen. Später am Abend verändert sich die Stimmung und das Viertel wird stärker zur Ausgehmeile.
Nördlich von Downtown liegt Tampa Heights. Der bekannteste Anlaufpunkt ist Armature Works, eine restaurierte ehemalige Lager- und Straßenbahnhalle direkt am Hillsborough River.
Im Inneren befindet sich die Heights Public Market Food Hall mit unterschiedlichen Essensständen, Bars und Restaurants. Von Kaffee über Dumplings bis zu Barbecue gibt es genügend Auswahl, ohne dass sich eine Gruppe vorher auf ein Restaurant einigen muss.
Draußen liegen eine große Wiese, Sitzmöglichkeiten und der Riverwalk. Gerade am späten Nachmittag ist Armature Works ein schöner Ort, um etwas zu essen und anschließend noch am Wasser entlangzulaufen.
Es ist inzwischen längst kein unbekannter Local-Tipp mehr. Am Wochenende kann es voll und das Parken teuer werden. Trotzdem würden wir Armature Works beim ersten Tampa-Besuch nicht auslassen, weil hier das moderne und entspannte Tampa besonders gut zusammenkommt.
Südlich von Downtown wird Tampa ruhiger. Rund um Hyde Park stehen historische Häuser, große alte Bäume und gepflegte Wohnstraßen.
Im Hyde Park Village findest du Boutiquen, Cafés und Restaurants in einem offenen Einkaufsviertel. Es ist hübsch angelegt, aber eher gehoben. Für einen ausgiebigen Shoppingtag würden wir andere Orte wählen. Für einen Kaffee, einen kurzen Bummel oder ein Abendessen ist es dagegen angenehm.
Ganz in der Nähe verläuft der Bayshore Boulevard direkt an der Tampa Bay. Der breite Weg am Wasser wird von Spaziergängern, Joggern und Radfahrern genutzt. Mit etwas Glück lassen sich im Wasser Delfine, Rochen oder Manatis entdecken.
Die South Howard Avenue, meist nur SoHo genannt, ist vor allem am Abend interessant. Hier liegen Bars und Restaurants dicht beieinander. SoHo muss nicht in die vier wichtigsten Bildkarten, kann im Guide aber als Tipp fürs Abendessen oder Ausgehen bleiben.
ZooTampa at Lowry Park gehört zu den Attraktionen, die im bisherigen Guide komplett fehlen und unbedingt ergänzt werden sollten.
Der Zoo ist überschaubarer als viele große amerikanische Anlagen und lässt sich gut an einem halben Tag besuchen. Zu sehen sind Tiere aus Florida, Afrika, Asien und Australien. Besonders interessant ist das Manatee Critical Care Center, in dem verletzte oder kranke Manatis behandelt werden.
Mit dem neuen Bereich Florida Waters zeigt ZooTampa außerdem Tiere aus Floridas Flüssen, Küsten und Feuchtgebieten. Dazu gehören Manatis, Otter, Reptilien und Quallen.
ZooTampa eignet sich nicht nur für kleine Kinder. Wer Tiere und Naturschutz interessant findet, bekommt hier einen guten Einblick in die heimische Tierwelt Floridas. Im Sommer solltest du möglichst früh kommen, bevor Hitze und Luftfeuchtigkeit ihren Höhepunkt erreichen.
Plane ungefähr drei bis fünf Stunden ein. Die aktuellen Öffnungszeiten und Eintrittspreise solltest du vor dem Besuch direkt beim Zoo prüfen.
Das Florida Aquarium liegt im Channel District, nur wenige Minuten von Sparkman Wharf und der Streetcar entfernt. Dadurch lässt es sich einfacher in einen Tag in Downtown einbauen als ZooTampa oder Busch Gardens.
Im Aquarium geht es nicht nur um bunte Fische. Die Ausstellungen zeigen unter anderem Floridas Feuchtgebiete, Korallenriffe, Haie, Rochen, Schildkröten und weitere Meeresbewohner. Besonders für Familien oder an einem heißen und regnerischen Tag ist das Aquarium eine gute Wahl.
Wer schon große Aquarien in Atlanta oder anderen amerikanischen Städten gesehen hat, sollte keine Anlage derselben Größenordnung erwarten. Das Florida Aquarium überzeugt eher durch die Verbindung zu Florida und seinen Küsten.
Für den Besuch reichen den meisten Gästen zwei bis drei Stunden. Danach kannst du zu Fuß nach Sparkman Wharf gehen oder mit der Streetcar weiter nach Ybor City fahren.
Busch Gardens Tampa Bay ist eine Mischung aus Freizeitpark und Zoo. Der Park ist besonders für seine Achterbahnen bekannt, bietet aber auch Tierbereiche, Shows und ruhigere Attraktionen für Familien.
Zu den bekanntesten Fahrgeschäften gehören Iron Gwazi und Cheetah Hunt. Gleichzeitig leben im Park mehr als 200 Tierarten. Dadurch ist Busch Gardens auch für Gruppen interessant, in denen nicht jeder den ganzen Tag Achterbahn fahren möchte.
Für Busch Gardens solltest du einen vollständigen Tag reservieren. Der Park liegt nördlich von Downtown und lässt sich nicht sinnvoll nebenbei in einen normalen Stadttag quetschen.
Die Eintrittspreise ändern sich häufig. Es gibt immer wieder Tagesangebote, Kombitickets und saisonale Aktionen. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein genauer Vergleich auf der offiziellen Website.
Tampa wirkt vom Wasser noch einmal anders. Entlang des Riverwalk starten verschiedene Bootsangebote, darunter der Pirate Water Taxi, kleinere Rundfahrten und mietbare Elektroboote. Die Stadt führt mehrere Anbieter für Touren und Aktivitäten direkt am Riverwalk auf.
Der Pirate Water Taxi funktioniert teilweise wie eine Mischung aus Rundfahrt und öffentlichem Verkehr. Du kannst an verschiedenen Haltestellen aussteigen und später weiterfahren. Die aktuelle Route und die Betriebszeiten solltest du vorher prüfen, da nicht jede Haltestelle immer bedient wird.
Für einen ersten Besuch ist eine solche Fahrt kein Muss. Sie ist aber eine gute Alternative, wenn du nicht den gesamten Riverwalk laufen möchtest oder Tampa einmal aus einer anderen Perspektive sehen willst.
Tampa liegt an der Tampa Bay, aber nicht direkt an den bekannten Stränden des Golfs von Mexiko. Innerhalb der Stadt gibt es kleinere Buchtenstrände wie Ben T. Davis Beach oder Picnic Island. Für einen klassischen Florida-Strandtag würden wir jedoch über die Bay nach Pinellas County fahren.
Bekannte Ziele sind Clearwater Beach, St. Pete Beach und Pass-a-Grille. Etwas naturbelassener sind Fort De Soto Park, Honeymoon Island und Caladesi Island.
Plane den Strand nicht zwischen zwei Stadtbesichtigungen ein. Je nach Verkehr kosten Hin- und Rückfahrt viel Zeit. Ein eigener Strandtag ist deutlich entspannter.
Unser persönlicher Tipp wäre Pass-a-Grille für einen ruhigeren Nachmittag oder Fort De Soto, wenn du Natur, viel Platz und weniger Hotelkulisse suchst. Clearwater Beach passt besser zu dir, wenn du Restaurants, Aktivitäten und deutlich mehr Trubel möchtest.