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Global Entry für Deutsche: Kosten, Antrag und ob es sich lohnt

Es gibt diesen einen Moment am Flughafen, meist am späten Nachmittag, wenn vier Langstreckenflüge gleichzeitig ankommen. Die Schlange vor der Immigration windet sich zweimal durch die Halle, und irgendwo weiter vorn läuft jemand an allen vorbei, stellt sich zwanzig Sekunden vor eine Kamera und ist weg. Das ist Global Entry, und in genau diesem Moment fragen sich die meisten zum ersten Mal, ob sich das für sie auch lohnen würde.

Die kurze Antwort: für Vielflieger ja, für den Zwei-Wochen-Urlaub alle drei Jahre eher nicht. Die längere Antwort hängt an ein paar Details, die kaum irgendwo stehen und die im Zweifel darüber entscheiden, ob deine Familie zusammen durchkommt oder eben nicht.

Was Global Entry bringt

Global Entry ist das bekannteste der vier Trusted Traveler Programs der US-Zollbehörde. Wer aufgenommen ist, wurde vorher sicherheitsüberprüft und darf bei der Einreise an ein eigenes Portal, vorbei an der regulären Schlange. Mehr als 13 Millionen Menschen nutzen es inzwischen.

Früher hieß das: Pass scannen, Finger auflegen, Beleg ausdrucken. Heute läuft es an den meisten Flughäfen über Simplified Arrival, also reine Gesichtserkennung. Du schaust in die Kamera, das System gleicht dein Gesicht mit den hinterlegten Daten ab, fertig. An einem vollen Nachmittag sind das drei Minuten statt fünfundvierzig.

Dazu kommt ein Vorteil, den viele unterschätzen. Mitglieder bekommen TSA PreCheck für Inlandsflüge. Schuhe und Gürtel bleiben an, der Laptop bleibt in der Tasche, und die Sicherheitsspur ist deutlich kürzer. Wer innerhalb der USA weiterfliegt, merkt das bei jedem Umstieg.

Wer teilnehmen darf, und wer nicht

Hier scheitern die ersten, und zwar an der Staatsangehörigkeit. Aus dem deutschsprachigen Raum sind Deutschland und die Schweiz zugelassen. Österreich nicht. Österreichische Staatsbürger können sich für Global Entry schlicht nicht bewerben, egal wie oft sie in die USA fliegen.

Entscheidend ist dabei die Staatsangehörigkeit, nicht der Wohnsitz. Wer in der Schweiz lebt und arbeitet, aber keinen Schweizer Pass hat, ist über diesen Weg ebenfalls außen vor.

Neben der Staatsangehörigkeit brauchst du eine bestandene Sicherheitsüberprüfung und ein gültiges Reisedokument, also ESTA oder ein zugelassenes US-Visum. Eine Mindestanzahl an Reisen gibt es nicht.

Abgelehnt wirst du unter anderem bei Vorstrafen, laufenden Ermittlungen, einem offenen Haftbefehl, früheren Verstößen gegen Zoll-, Einreise- oder Agrarvorschriften und bei falschen Angaben im Antrag. Die Behörde nennt außerdem eine verweigerte Waffenkauf-Genehmigung und eine Begnadigung in irgendeinem Land als Ausschlussgründe. Auch ohne konkreten Anlass kann sie ablehnen, wenn sie dich nicht als geringes Risiko einstuft.

Wichtig bleibt: Das ESTA brauchst du weiterhin. Global Entry ersetzt keine Einreisegenehmigung, sondern nur die Warteschlange. Wie der Antrag funktioniert, steht im Beitrag zum ESTA Antrag für die USA.

Was Global Entry kostet

Die Gebühr liegt bei 120 US-Dollar für fünf Jahre. Sie wurde am 1. Oktober 2024 von vorher 100 Dollar angehoben, weshalb im Netz noch viele veraltete Zahlen stehen, teils sogar auf offiziellen Behördenseiten.

  • Gebühr: 120 US-Dollar pro Person, per Kreditkarte oder elektronischer Überweisung
  • Gültigkeit: fünf Jahre
  • Vorprüfung bei der Bundespolizei: kostenlos
  • Unter 18 Jahren: kostenlos, wenn ein Elternteil bereits Mitglied ist, gleichzeitig beantragt oder schon eine PASSID hat

Wird ausschließlich für ein Kind beantragt, ohne dass ein Elternteil dabei ist, werden die vollen 120 Dollar fällig. Bei einer Ablehnung gibt es kein Geld zurück.

Auf fünf Jahre gerechnet sind das 24 Dollar im Jahr. Manche Premium-Kreditkarten, wie die American Express Platinum Karte, erstatten die Gebühr komplett, ein Blick in die Kartenbedingungen lohnt sich deshalb vorher.

So läuft der Antrag ab

Der deutsche Weg ist umständlicher als der amerikanische, weil zwei Behörden beteiligt sind. Beide müssen dich freigeben.

  1. Konto auf der TTP-Website der US-Behörde anlegen, Antrag ausfüllen, 120 Dollar zahlen. Du bekommst eine neunstellige PASSID.
  2. Mit dieser PASSID zur Bundespolizei für die Vorprüfung. 
  3. Warten auf die vorläufige Genehmigung, die sogenannte conditional approval.
  4. Interview mit einem CBP-Officer.

Die Vorprüfung läuft in den Servicebüros der Bundespolizei an den Flughäfen Berlin BER, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn und München. Einen Termin brauchst du normalerweise nicht, deinen biometrischen Reisepass schon. In den USA kann die Vorprüfung nicht gemacht werden.

Plane großzügig. Wegen des Andrangs dauert das Verfahren regelmäßig mehrere Monate, in ungünstigen Fällen bis zu zwölf. 

Für das Interview empfiehlt die Behörde derzeit ausdrücklich Enrollment on Arrival. Statt auf einen Termin zu warten, erledigst du das Gespräch direkt nach der Landung in den USA an vielen großen Flughäfen, ohne Voranmeldung. Der Officer prüft deine Papiere, stellt Fragen, macht ein Foto und nimmt Fingerabdrücke. Reist du mit mehreren Pässen, nimm alle mit.

Lass dir damit aber nicht zu viel Zeit. Nach der vorläufigen Genehmigung hast du 365 Tage, um das Interview zu erledigen. Verstreicht die Frist, verfällt die vorläufige Zulassung.

Die Global Entry App

Seit 2023 gibt es zusätzlich eine kostenlose Global Entry App der Zollbehörde. Damit erledigst du die Einreise auf dem Handy, statt dich an einem Automaten anzustellen.

Der Ablauf ist simpel. Du übermittelst dein Reisedokument und ein Foto, die Gesichtserkennung gleicht ab, und du bekommst einen digitalen Beleg für den Officer. Automat oder Portal brauchst du dann gar nicht mehr.

Die App läuft allerdings noch nicht überall. Freigegeben ist sie bislang an einer überschaubaren Zahl von Flughäfen, darunter Miami, Orlando, Fort Lauderdale, Tampa, Los Angeles, Seattle, Atlanta, Chicago O’Hare, Dallas/Fort Worth und Washington Dulles. Die aktuelle Liste steht bei der Zollbehörde, und sie wächst nach und nach.

Warum die Familie nicht automatisch mitkommt

Die Mitgliedschaft ist nicht übertragbar. Begleitpersonen ohne eigene Mitgliedschaft dürfen nicht mit dir durch die Global Entry Lane, auch nicht dein Ehepartner und auch nicht deine Kinder.

Wer also allein Mitglied ist und mit Familie reist, hat zwei Möglichkeiten: Entweder du gehst allein durch und wartest am Gepäckband auf den Rest, oder ihr stellt euch gemeinsam ganz normal an. 

Für Familien heißt das: entweder alle oder keiner. Eine Altersuntergrenze gibt es nicht, auch Babys können Mitglied werden. Jedes Kind braucht ein eigenes Konto und einen eigenen Antrag, und beim Interview muss ein Elternteil oder Vormund dabei sein. Immerhin ist der Antrag für Minderjährige kostenlos, solange ein Elternteil ebenfalls beantragt oder bereits Mitglied ist.

Eine physische Global Entry Card bekommen Deutsche übrigens nicht. Die gibt es nur für US-Bürger, Green-Card-Inhaber und mexikanische Staatsangehörige. 

Für Leser aus der Schweiz

Schweizer dürfen teilnehmen, der Weg läuft aber anders und ist deutlich teurer. Zuständig ist fedpol, das Bundesamt für Polizei, und zwar zuerst. Ohne positiven Bescheid von fedpol bearbeiten die US-Behörden den Antrag nicht.

Dazu kommen andere Kosten. Neben den 120 US-Dollar für das Programm verlangt fedpol 100 Franken für die Vorprüfung, dazu kommen rund 17 Franken für den Strafregisterauszug. Die Vorprüfung ist in der Schweiz also nicht gratis. Für Minderjährige läuft eine eigene Überprüfung, ab zehn Jahren ist auch dort ein Strafregisterauszug Pflicht.

Global Entry oder Mobile Passport Control?

Es gibt eine kostenlose Alternative, die für viele Urlauber ausreicht.

  • Mobile Passport Control: gratis, keine Anmeldung, sofort einsatzbereit, und bis zu zwölf Personen lassen sich gemeinsam anmelden. Nur für wiederkehrende ESTA-Reisende und nur an teilnehmenden Häfen. Mehr dazu im Beitrag zu Mobile Passport Control.
  • Global Entry: 120 Dollar pro Person, Monate Vorlauf, Interview, jeder Mitreisende braucht eine eigene Mitgliedschaft. Dafür schneller, an mehr Flughäfen und mit TSA PreCheck.

Für Familien im Urlaub ist die kostenlose App deshalb oft die einfachere Wahl, weil eine einzige Übermittlung für alle reicht. Wer allein oder zu zweit mehrmals im Jahr reist und im Land weiterfliegt, holt die Gebühr dagegen locker wieder rein.

Fazit:

Global Entry ist keine Abkürzung für den einmaligen Urlaub, sondern eine Investition für die, die regelmäßig in die USA fliegen. Die 120 Dollar sind dabei nicht das Problem, der Vorlauf ist es, und bei Familien die Tatsache, dass jeder einzeln zahlen und beantragen muss.

Wenn du weißt, dass die nächsten Jahre mehrere US-Reisen anstehen, beantrage früh, erledige die Vorprüfung beim nächsten Flughafenbesuch und mach das Interview direkt bei der Ankunft. Trag dir die Prüfung im dritten Jahr in den Kalender, sonst zahlst du für etwas, das längst erloschen ist. Und wenn du mit Familie reist, rechne vorher durch, ob nicht die kostenlose App das Richtige ist.