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Führerschein in den USA: Reicht der deutsche wirklich?

Es ist eine der ersten Fragen, die sich vor einem USA-Roadtrip stellt, und die Antwort fällt oft komplizierter aus als erwartet. Denn es gibt in den USA kein Bundesgesetz zu ausländischen Führerscheinen, jeder Bundesstaat regelt das selbst. Dazu kommen die Vorgaben der Mietwagenfirmen, die sich noch einmal davon unterscheiden.

Der Führerschein in den USA ist deshalb ein Thema mit mehreren Ebenen. Was die Bundesstaaten verlangen, was die Mietwagenfirma verlangt, und was am Flughafenschalter tatsächlich passiert, sind drei verschiedene Dinge.

Reicht der deutsche Führerschein zum Autofahren in den USA?

Für einen normalen Urlaub lautet die Antwort ja. In praktisch allen Bundesstaaten darfst du mit einem gültigen, im Ausland ausgestellten Führerschein fahren, solange er in lateinischer Schrift verfasst ist. Der deutsche EU-Kartenführerschein erfüllt das ohne Einschränkung.

Entscheidend ist, dass du den Führerschein im Original dabei hast. Eine Kopie, ein Foto auf dem Handy oder die digitale Version in einer App reichen bei einer Verkehrskontrolle nicht aus. Der Führerschein muss außerdem gut lesbar sein, stark abgenutzte oder beschädigte Karten können am Mietwagenschalter abgelehnt werden.

Der Sonderfall Florida

Florida hatte einmal eine Pflicht zum internationalen Führerschein, eingeführt zum 1. Januar 2013. Der Gedanke dahinter war praktisch, die Polizei sollte fremdsprachige Dokumente leichter lesen können. Weil die Regel bei internationalen Touristen für viel Unsicherheit sorgte, schafften beide Kammern des Parlaments in Florida sie noch im selben Jahr einstimmig wieder ab. Gouverneur Rick Scott unterschrieb das Gesetz am 2. April 2013, rückwirkend zum 1. Januar.

Seitdem gilt in Florida wieder die einfache Regel. Wer einen gültigen Führerschein aus seinem Heimatland dabei hat, darf damit die gesamte Aufenthaltsdauer über fahren. Weil die Änderung schon eine Weile zurückliegt, findet man online gelegentlich noch die alte Rechtslage. Wer sich unsicher ist, findet den aktuellen Wortlaut direkt im Florida Statute 322.04.

Was die Mietwagenfirmen verlangen

Hier lohnt der genaue Blick, denn die Vorgaben klingen auf dem Papier strenger als sie in der Praxis sind. Bei einem deutschen Führerschein macht keine der großen Firmen ein Problem.

Hertz empfiehlt bei nicht englischsprachigen Führerscheinen einen internationalen Führerschein zur Übersetzungshilfe, verlangt ihn aber nicht. Alamo unterscheidet nach Schriftart, für deutsche oder spanische Führerscheine ist er empfohlen, verpflichtend wird er nur bei kyrillischer, arabischer oder japanischer Schrift. Avis formuliert es ähnlich offen, ein internationaler Führerschein kann verlangt werden, ist bei einem lateinisch geschriebenen Führerschein aber kein Standardfall.

Was alle drei dagegen verbindlich verlangen, wird häufig übersehen. Bei einem außerhalb der USA ausgestellten Führerschein brauchst du zusätzlich einen gültigen Reisepass als zweites Ausweisdokument, und der Name im Pass muss exakt mit dem auf dem Führerschein übereinstimmen. Wer also nach der Hochzeit den Namen geändert hat, sollte beide Dokumente vorher abgleichen.

Und eine Regel gilt bei allen Anbietern gleichermaßen. Nur mit dem internationalen Führerschein bekommst du kein Auto, das nationale Original muss immer dazu.

Wohnmobil und Camper, gilt da etwas anderes?

In Deutschland endet die Klasse B bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen, und ein größeres Wohnmobil liegt schnell darüber. In den USA sind die Grenzen deutlich höher gezogen, dort liegt die Schwelle für einen speziellen Führerschein bei 26.000 Pfund, also rund 11,8 Tonnen, bei Anhängern bei 10.000 Pfund.

Praktisch bedeutet das, mit dem normalen deutschen Führerschein der Klasse B darfst du auch große amerikanische Wohnmobile fahren. Ein typisches Class-C-Wohnmobil, also die Variante mit Alkoven über dem Fahrerhaus, die die meisten Urlauber mieten, wiegt zwischen 10.000 und 12.000 Pfund und liegt damit klar unter der Grenze.

Zwei Punkte lohnen trotzdem den Blick vor der Buchung. Kalifornien handhabt die Gewichtsgrenzen strenger als die meisten anderen Bundesstaaten, bei besonders schweren Modellen kann dort eine höhere Führerscheinklasse nötig werden. Und einzelne Vermieter setzen in ihren eigenen Bedingungen einen internationalen Führerschein voraus, unabhängig davon, was der Bundesstaat verlangt. Bei einer Wohnmobil-Buchung ist er deshalb eher zu empfehlen als bei einem normalen Mietwagen.

Wann sich der internationale Führerschein trotzdem lohnt

Auch ohne Pflicht kann er sinnvoll sein. Der internationale Führerschein ist im Kern eine amtliche Übersetzung deines nationalen Führerscheins, kein eigenständiges Dokument.

Diese Situationen sprechen dafür:

  • Bei einer Verkehrskontrolle liest der Polizist die Angaben direkt auf Englisch, das verkürzt das Gespräch
  • Einzelne Bundesstaaten wie Georgia, Massachusetts oder Tennessee empfehlen bei nicht englischsprachigen Führerscheinen ausdrücklich eine Übersetzung
  • Nach einem Unfall vereinfacht er die Abwicklung mit Polizei und Versicherung
  • Bei einem Roadtrip durch mehrere Bundesstaaten ersparst du dir die Recherche zu jeder einzelnen Regelung

Für 15 bis 20 Euro ist er damit eher eine kleine Absicherung als eine echte Notwendigkeit.

Kosten und Beantragung in Deutschland

Der internationale Führerschein kostet zwischen 15 und 20 Euro, je nach Kommune, und gilt drei Jahre. Länger als der nationale Führerschein ist er allerdings nie gültig. Beantragen kannst du ihn an drei Stellen:

  • Beim Bürgeramt oder der Führerscheinstelle deines Wohnorts, meist mit sofortiger Ausstellung
  • Bei einer ADAC-Geschäftsstelle, wenn du Mitglied bist
  • Online über das Behördenportal, dann per Post mit ein bis zwei Wochen Wartezeit

Mitbringen musst du deinen nationalen Führerschein, Personalausweis oder Pass und ein biometrisches Passbild. Wer noch den alten grauen oder rosa Papierführerschein hat, muss diesen zuerst in einen EU-Kartenführerschein umtauschen, bevor ein internationaler ausgestellt werden kann. Das dauert länger als der internationale Führerschein selbst, also früh genug daran denken.

Wie lange darf man mit dem deutschen Führerschein fahren?

Für Touristen gilt die Erlaubnis unbegrenzt für die Dauer des Aufenthalts. Sobald du in einem Bundesstaat einen Wohnsitz anmeldest, ändert sich das. Dann läuft in der Regel eine Frist von 30 bis 90 Tagen, in der du einen lokalen Führerschein beantragen musst. Das betrifft Auswanderer, Studenten mit längerem Aufenthalt und Menschen mit Arbeitsvisum, nicht aber Urlauber.

Wie lange darf man mit dem deutschen Führerschein fahren?

Für Touristen gilt die Erlaubnis unbegrenzt für die Dauer des Aufenthalts. Sobald du in einem Bundesstaat einen Wohnsitz anmeldest, ändert sich das. Dann läuft in der Regel eine Frist von 30 bis 90 Tagen, in der du einen lokalen Führerschein beantragen musst. Das betrifft Auswanderer, Studenten mit längerem Aufenthalt und Menschen mit Arbeitsvisum, nicht aber Urlauber.

Fazit:

Für einen klassischen Urlaub reicht der deutsche Führerschein in den USA aus, auch in Florida. Weder das Gesetz noch Hertz, Alamo oder Avis verlangen bei einem deutschen Führerschein zwingend einen internationalen. Was du dagegen wirklich brauchst, ist der Reisepass als zweites Ausweisdokument am Mietwagenschalter.

Der internationale Führerschein bleibt eine Option, keine Pflicht. Fünfzehn bis zwanzig Euro und ein Behördengang können bei einer Verkehrskontrolle oder nach einem Unfall trotzdem einiges vereinfachen. Wer viel durch verschiedene Bundesstaaten fährt, nimmt ihn erfahrungsgemäß eher mit als jemand, der zwei Wochen in Florida bleibt.

Häufige Fragen zum Führerschein in den USA

Nein. Florida hat die Pflicht 2013 abgeschafft. Dein gültiger deutscher Führerschein reicht für die gesamte Dauer deines Urlaubs.

Ja. Hertz, Alamo und Avis akzeptieren den deutschen Führerschein, weil er in lateinischer Schrift geschrieben ist. Ein internationaler Führerschein wird empfohlen, ist aber nicht verpflichtend.

Einen gültigen Reisepass als zweites Ausweisdokument. Der Name im Pass muss mit dem auf dem Führerschein übereinstimmen.

Nein. Die Grenze für einen speziellen Führerschein liegt in den USA bei 26.000 Pfund, ein typisches Class-C-Wohnmobil wiegt 10.000 bis 12.000 Pfund. Mit der deutschen Klasse B darfst du also auch große Camper fahren. In Kalifornien und bei einzelnen Vermietern gelten strengere Vorgaben, das lohnt sich vor der Buchung zu prüfen.

Zwischen 15 und 20 Euro, je nach Kommune. Er gilt drei Jahre, aber nie länger als dein nationaler Führerschein.

Nein. Er ist nur eine Übersetzung und gilt ausschließlich zusammen mit dem deutschen Original.

Ja, für die Ausstellung eines internationalen Führerscheins brauchst du einen EU-Kartenführerschein. Der Umtausch dauert länger, also früh genug einplanen.