In den Everglades passiert oft genau dieser Moment: Du fährst gemütlich die Old 41 (Tamiami Trail) entlang oder bist auf der I-75 (Alligator Alley) unterwegs, hältst an einem der kleinen Scenic Stops oder schaust kurz in einen Kanal am Straßenrand und siehst plötzlich so ein großes Reptil im Wasser liegen. Und dann kommt sofort die Frage: War das jetzt ein Krokodil? Verständlich, weil Südflorida einer der wenigen Orte ist, wo beides grundsätzlich möglich ist.
Die kurze Wahrheit vorweg: An den typischen Roadside-Stops und Kanälen entlang Old 41 und I-75 siehst du fast immer Alligatoren. Krokodile sind in Florida zwar real, aber sie sind deutlich stärker an brackige oder salzige Zonen gebunden.
Alligator: eher dunkel, fast schwarz, mit einer breiten U-Schnauze.
Krokodil: meist heller, graubraun, mit einer schmaleren V-Schnauze.
Wenn du zusätzlich auf Details achtest (ohne näher ranzugehen): Bei Krokodilen sind öfter Zähne sichtbar, selbst wenn das Maul geschlossen ist. Bei Alligatoren wirkt das Maul “glatter”, weil der Oberkiefer die unteren Zähne stärker verdeckt.
Alligatoren lieben Süßwasser und sind deshalb entlang der Everglades-Straßen quasi “Standard”: Kanäle, Marshes, kleine Seen, alles perfekt für sie.
Krokodile tauchen eher dort auf, wo Brackwasser und Mangroven ins Spiel kommen, also Richtung Küste und Florida Bay. Genau deshalb kann man sich an Old 41 oder I-75 schnell “vertun”, weil man zwar mitten in den Everglades ist, aber eben in einem Süßwasser-Setup.
Wenn du am Roadside-Spot stehst und das Tier wirkt dunkel + breite U-Schnauze + Süßwasserkanal dann ist es in 9 von 10 Fällen ein Alligator