Es passiert schneller, als man denkt. Ein kurzer Moment Unachtsamkeit an einer Kreuzung in Orlando, ein ungewohntes Right on Red, und schon hat es gescheppert. Ein Unfall mit dem Mietwagen ist im Urlaub der Schreckmoment schlechthin, weil sofort tausend Fragen hochkommen. Rufe ich die Polizei? Was sage ich dem anderen Fahrer? Und wer zahlt am Ende?
Das meiste lässt sich vorher klären, und genau das nimmt im Ernstfall den Druck raus. Drei Dinge zählen, die Sicherheit mit dem Notruf 911, der Police Report und die Meldung an deine Versicherung. Der Rest ergibt sich daraus.
Zuerst geht es nur um Sicherheit, nicht um Schuld oder Papiere. Schalte den Warnblinker ein und bring den Wagen, wenn er noch fährt, aus dem fließenden Verkehr. Auf vielen US-Highways rollt der Verkehr schnell und dicht, ein zweiter Unfall auf dem Standstreifen ist dort eine reale Gefahr.
Danach schaust du nach Verletzten, bei dir und im anderen Fahrzeug. Die Notrufnummer in den USA ist 911 und gilt gleichzeitig für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Gibt es Verletzte oder blockiert der Unfall die Fahrbahn, wählst du sie sofort.
Fahr auf keinen Fall einfach weiter, auch nicht bei einem winzigen Kratzer. Sich unerlaubt vom Unfallort zu entfernen, ist in den USA als hit-and-run eine Straftat und kann teuer werden, selbst bei kleinem Schaden.
Ist jemand verletzt, zählt nur eins, nämlich Hilfe. Wähl 911 und beweg schwer Verletzte nicht selbst, außer es droht akute Gefahr durch Feuer oder Verkehr.
Einen Unterschied zu Deutschland solltest du aber kennen. Der Krankenwagen in den USA ist kostenpflichtig und wird dir in Rechnung gestellt, oft mehrere hundert bis über 2.000 Dollar, je nach Versorgung und Fahrstrecke. Genau dafür hast du deine Auslandskrankenversicherung, die diese Kosten übernimmt. Heb jede Rechnung und jeden Beleg auf und reich sie dort ein.
Spar hier trotzdem nicht am falschen Ende. Wenn jemand ernsthaft verletzt ist, ruf den Rettungsdienst, die Gesundheit geht vor und die Versicherung trägt am Ende die Rechnung. Nur über eine reine Vorsichtsfahrt ins Krankenhaus entscheidest du selbst.
Hier liegt der größte Unterschied zu Deutschland. Bei einem kleinen Blechschaden ohne Verletzte rückt die US-Polizei manchmal erst gar nicht aus, dann tauschst du selbst die Daten und meldest den Fall nach. In diesen Fällen solltest du die Polizei aber immer rufen.
Für Florida: Zum 1. Oktober 2026 hat Florida die Meldeschwelle für reine Sachschäden von bisher 500 auf 2.000 Dollar angehoben. Kleinere Blechschäden darunter musst du also nicht mehr zwingend der Polizei melden. Einen Schaden am Unfallort auf den Dollar genau zu schätzen ist allerdings schwer, gerade bei modernen Stoßfängern mit Sensoren. Im Zweifel ruf lieber die Polizei, denn der offizielle Police Report ist später dein wichtigster Beleg bei der Versicherung.
Kommt ein Beamter, läuft die Begegnung nach denselben Regeln ab wie bei jeder Polizeikontrolle in den USA, also ruhig bleiben, Hände zeigen, sachlich antworten. Lass dir die Vorgangsnummer des Berichts geben. Kommt keine Polizei, meldest du den Unfall in Florida innerhalb von 10 Tagen selbst über das Formular des Staates, den Driver Report of Traffic Crash.
Auch ohne Polizei brauchst du vom anderen Fahrer ein paar Angaben. Die bekommst du nur jetzt, am Straßenrand, später nicht mehr.
Beim Reden gilt eine einfache Linie. Schildere nur, was passiert ist, und gib keine Schuld zu, auch nicht aus Höflichkeit. Ein schnelles „sorry” ist im Amerikanischen oft nur Mitgefühl, kann aber als Schuldeingeständnis ausgelegt werden. Wer schuld war, klärt hinterher die Versicherung anhand der Fakten, nicht ihr am Straßenrand.
Diesen Schritt vergessen viele, und er ist beim Mietwagen der wichtigste. In deinem Mietvertrag und oft am Schlüsselanhänger steht eine Notfall- oder Schadennummer, meist rund um die Uhr erreichbar. Dort meldest du den Unfall sofort, egal wie klein er war, und füllst den Schadenbericht des Vermieters aus. Lass dir eine Vorgangsnummer geben.
Das ist keine Formsache. Meldest du einen Schaden nicht oder zu spät, kann der Vermieter den Schutz aus deiner Haftungsreduzierung verweigern, und du bleibst auf den Kosten sitzen.
Danach informierst du deinen eigenen Versicherer, also den deutschen Kompletttarif oder die am Counter gebuchte Police. Dafür brauchst du genau die Unterlagen, die du am Unfallort gesammelt hast, den Police Report oder die Vorgangsnummer, die Fotos, die Daten des anderen Fahrers und den Schadenbericht des Vermieters. Welche Versicherungen wie CDW, LDW und die Haftpflicht SLI im Schadensfall überhaupt greifen, erklärt der Beitrag zur Versicherung für den Mietwagen im Detail.
Nicht jeder Unfall mit dem Mietwagen ist ein Zusammenstoß mit einem anderen Auto, und für die kleineren Fälle gelten eigene Regeln.
Einen Kratzer oder eine Delle vom Parkplatz, ohne dass ein anderer beteiligt ist, musst du meist nicht der Polizei melden. Trotzdem meldest du ihn dem Vermieter und machst Fotos, sonst wird dir bei der Rückgabe ein Schaden angelastet, den du vielleicht gar nicht kennst.
Wurde dein Mietwagen aufgebrochen oder etwas daraus gestohlen, ruf die Polizei und lass dir einen Police Report mit Nummer geben, ohne den zahlt später keine Versicherung. Den Fahrzeugschaden meldest du dem Vermieter, gestohlene persönliche Sachen laufen dagegen über deine Reise- oder Hausratversicherung in Deutschland. Der beste Schutz bleibt Vorbeugung, lass nie etwas Wertvolles sichtbar im Auto liegen.
Selbst mit guter Versicherung bleibt oft mehr offen, als man denkt. Hat dein Tarif eine Selbstbeteiligung, zahlst du die zuerst. Dazu kommen Posten, die viele erst auf der Kreditkartenabrechnung entdecken, etwa der Nutzungsausfall für die Tage in der Werkstatt, eine Bearbeitungsgebühr und der Wertverlust des Autos.
Eine einfache Haftungsreduzierung oder ein Kreditkartenschutz decken diese Posten oft nicht, ein deutscher Kompletttarif ohne Selbstbeteiligung dagegen am ehesten. Alle Beträge ändern sich je nach Vermieter, Bundesstaat und Fahrzeug, die genauen Angaben stehen in deinem Mietvertrag.
So ein Zusammenstoß fühlt sich im ersten Moment nach Katastrophe an, ist aber eine feste Abfolge. Erst Sicherheit und 911, dann die Frage nach Polizei und Police Report, danach Daten und Fotos, und zum Schluss die Meldung an Vermieter und Versicherer. Wer diese Reihenfolge im Kopf hat, macht am Straßenrand keine teuren Fehler.
Zwei Dinge würden wir besonders ernst nehmen, nämlich jeden Schaden sofort beim Vermieter zu melden und schon zu Hause einen Tarif ohne Selbstbeteiligung zu buchen. Dann bleibt vom Schreck am Ende meist nur der Schreck.
Nein. Bei Verletzten, Fahrerflucht, Verdacht auf Alkohol oder Streit über die Schuld wählst du immer 911. Für reine Sachschäden gilt in Florida seit dem 1. Oktober 2026 erst ab 2.000 Dollar eine Meldepflicht, vorher waren es 500. Im Zweifel ruf trotzdem die Polizei, weil der Bericht bei der Versicherung hilft.
Der Police Report ist der offizielle Unfallbericht der Polizei und dein wichtigster Beleg für die Versicherung. Kommt ein Beamter, lass dir die Vorgangsnummer geben, den Bericht selbst kannst du später anfordern. Kommt keine Polizei, meldest du den Unfall in Florida innerhalb von 10 Tagen selbst über das staatliche Formular.
Jeden Schaden, auch den kleinsten Kratzer. Im Mietvertrag steht eine Notfallnummer, dort meldest du den Unfall und füllst den Schadenbericht aus. Meldest du den Schaden nicht oder zu spät, kann der Vermieter den Versicherungsschutz verweigern und dir die Kosten in Rechnung stellen.
Name, Telefonnummer, Führerscheinnummer und Kennzeichen sowie die Versicherungsgesellschaft und die Policennummer. Mach zusätzlich viele Fotos von beiden Autos, den Schäden und der Unfallstelle und notiere Kontaktdaten von Zeugen. Diese Angaben brauchst du auch, wenn keine Polizei kommt.
Der Krankenwagen wird in den USA abgerechnet, oft mehrere hundert bis über 2.000 Dollar, je nach Versorgung und Fahrstrecke. Bezahlt wird das über deine Auslandskrankenversicherung, deshalb solltest du jede Rechnung aufheben. Bei einer ernsthaften Verletzung zählt die Hilfe, nicht die Kosten, ruf also im Zweifel 911.