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Incidentals Hold im Hotel: Warum das Hotel Geld auf deiner Kreditkarte blockiert

Du hast dein Zimmer längst online bezahlt, stehst nach dem langen Flug an der Rezeption und trotzdem will die Mitarbeiterin an der Rezeption noch einmal deine Kreditkarte sehen. Kurz darauf sind ein paar Hundert Dollar auf deiner Karte blockiert, obwohl du noch keinen einzigen Cent im Hotel ausgegeben hast. Das ist kein Fehler und auch keine Abzocke. Es ist der Incidentals Hold, und in den USA gehört er zum ganz normalen Check-in dazu.

In Deutschland kennt man so etwas beim Hotel praktisch nicht, und genau das sorgt bei vielen Urlaubern für Verunsicherung, manchmal sogar für Panik am Geldautomaten drei Tage später. Wenn du vorher weißt, wie das läuft, bleibt der Check-in entspannt und dein Reisebudget planbar.

Was ist ein Incidentals Hold eigentlich?

Der englische Begriff incidentals meint Nebenkosten, die während des Aufenthalts entstehen können. Also die Minibar, das Frühstück, ein Burger vom Zimmerservice, ein Drink an der Poolbar, der aufs Zimmer läuft, ein bezahlter Film oder im schlimmsten Fall ein Schaden oder die teure Rauchgebühr im Nichtraucherzimmer.

Damit das Hotel am Ende nicht auf offenen Rechnungen sitzenbleibt, hinterlegt es beim Check-in eine Sicherheit auf deiner Karte. Wichtig ist der Punkt, der viele überrascht: Das passiert auch dann, wenn du dein Zimmer schon vollständig bezahlt hast. Die Zimmerkosten und der Incidentals Hold sind zwei völlig getrennte Dinge.

Technisch wird dabei nichts abgebucht. Es ist eine Autorisierung, also eine Reservierung des Betrags. Verbrauchst du nichts, wird die Blockade nach der Abreise wieder aufgelöst und dir nichts berechnet.

Wie hoch ist der Incidentals Hold pro Nacht?

Eine feste Regel gibt es nicht, jede Kette und jedes einzelne Haus legt den Betrag selbst fest. Als grobe Orientierung kannst du mit diesen Spannen rechnen:

  • Mittelklasse-Hotels blockieren häufig 50 bis 100 Dollar pro Nacht
  • Bei Marriott ist oft der Zimmerpreis plus etwa 50 Dollar pro Nacht üblich
  • Resorts und gehobene Häuser gehen auch mal auf bis zu 200 Dollar pro Nacht
  • Einzelne einfache Hotels reservieren nur rund 25 Dollar pro Nacht

Diese Beträge summieren sich. Bei fünf Nächten im Resort sind schnell mehrere Hundert Dollar geblockt, die dir für den Rest der Reise erst mal fehlen. Die genauen Sätze ändern sich immer wieder, deshalb lohnt sich beim Einchecken die kurze Frage, wie viel das Haus reserviert. Ähnlich unauffällig wie diese Blockade arbeiten übrigens auch die Resort Fees in Florida, die man ebenfalls besser vorher kennt.

Kreditkarte oder Debitkarte, das ist der entscheidende Unterschied

Hier kommt es vor allem auf die richtige Karte an. Die Girocard, früher EC-Karte, wird an der US-Rezeption in aller Regel gar nicht akzeptiert. Für den Incidentals Hold brauchst du eine echte Kreditkarte von Visa, Mastercard oder American Express.

Und selbst dann gibt es einen Haken, den viele nicht auf dem Schirm haben. Eine echte Kreditkarte reserviert den Betrag nur auf deinem Verfügungsrahmen. Dein Geld auf dem Konto bleibt unberührt. Eine Debitkarte dagegen zieht die Summe real von deinem Girokonto ab und gibt sie erst Wochen später wieder frei.

Das Problem: Viele beliebte Karten von Neobanken sind technisch Debitkarten, auch wenn groß Visa oder Mastercard draufsteht. Das betrifft je nach Modell etwa die Standardkarte der DKB, C24, Trade Republic oder Revolut. Wer damit einincheckt, merkt den Incidentals Hold direkt am Kontostand. Nimm deshalb mindestens eine richtige Kreditkarte mit, besser zwei, falls eine gesperrt wird oder das Limit knapp wird. Dieselbe Regel gilt am Counter der Autovermietung, wie wir im Beitrag zum Mietwagen in den USA genauer erklären.

Wann bekommst du das blockierte Geld zurück?

Auch bei der Freigabe entscheidet die Art der Karte. Bei einer Kreditkarte löst sich die Reservierung meist innerhalb von drei bis sieben Werktagen nach der Abreise auf, manche Ketten wie Hilton geben sie nach eigener Angabe schon nach rund 72 Stunden frei.

Bei einer Debitkarte dauert es deutlich länger, weil die Bank das Geld bis zur Freigabe wie ausgegeben behandelt. Hier sind bis zu 14 Werktage normal, in seltenen Fällen bis zu 30 Tage. Wer sich wundert, warum das blockierte Geld noch nicht zurück ist, sollte wissen: Am Ende gibt die eigene Bank den Betrag frei, nicht das Hotel. Das Hotel hat die Blockade oft längst aufgehoben, während die Bank noch bremst.

So vermeidest du Stress mit dem Incidentals Hold

Mit ein paar einfachen Handgriffen wird der Incidentals Hold vom Ärgernis zur Randnotiz. Reise grundsätzlich mit einer richtigen Kreditkarte an und halte eine zweite als Reserve bereit. Frag beim Check-in kurz nach der Höhe der Blockade, dann gibt es später keine Überraschung am Automaten.

Denk außerdem an einen wichtigen Punkt bei Rundreisen. Auf einem Roadtrip mit mehreren Hotels stapeln sich die Blockaden, weil der Hold aus dem letzten Hotel oft noch nicht freigegeben ist, wenn das nächste dazukommt. Plane deshalb genug Puffer auf deinem Kreditkartenlimit ein, gerade wenn du in zwei Wochen fünf verschiedene Hotels buchst.

Und bezahle die Endrechnung möglichst mit derselben Karte, mit der du eingecheckt hast. Dann verrechnet das Hotel die tatsächlichen Kosten sauber mit der Reservierung. 

Fazit: Lohnt sich die Aufregung um die Kaution?

Ehrlich gesagt ist der Incidentals Hold eines dieser Dinge, die beim ersten Mal ordentlich erschrecken und danach nie wieder ein Thema sind. Kein US-Hotel will dir Geld wegnehmen, es sichert sich nur gegen offene Rechnungen ab, so wie es in den USA überall üblich ist.

Wenn du mit einer richtigen Kreditkarte reist, etwas Luft auf dem Limit lässt und weißt, dass die Freigabe ein paar Tage dauern kann, würden wir uns darüber keine grauen Haare wachsen lassen. Kritisch wird es nur, wenn du ausschließlich mit einer Debitkarte oder gar mit knappem Kontostand unterwegs bist. Dann kann der Incidentals Hold dir mitten im Urlaub den Zugriff auf dein eigenes Geld blockieren, und das will wirklich niemand nach einem langen Flugtag.

Die genauen Beträge und Fristen können sich je nach Hotel und Bank ändern. Im Zweifel hilft ein kurzer Blick in die Hausregeln oder eine Frage an der Rezeption.