Miami ist keine Stadt, die du an einem Nachmittag vollständig verstehst. Zu unterschiedlich sind die einzelnen Viertel und zu groß sind die Entfernungen. Zwischen den Art-déco-Häusern von South Beach, den Murals in Wynwood und den Hochhäusern von Brickell liegen nicht nur ein paar Straßen, sondern teilweise eine halbe Stunde Fahrt.
Dazu kommt eine wichtige Unterscheidung. Miami und Miami Beach sind zwei eigenständige Städte. South Beach und der Ocean Drive liegen auf Miami Beach. Downtown, Brickell, Wynwood und Little Havana gehören zur eigentlichen Stadt Miami auf dem Festland.
Genau diese Mischung macht den Reiz aus. Du kannst morgens am Atlantik entlanglaufen, mittags kubanischen Kaffee trinken und abends zwischen den Hochhäusern von Brickell essen gehen. Miami ist laut, bunt, manchmal teuer und nicht immer unkompliziert. Langweilig wird es aber selten.
Flugverbindungen: Miami besitzt einen der größten Flughäfen der USA. Von vielen deutschen Städten (Frankfurt, München,Berlin) gibt es Direktflüge zum Miami International Airport (MIA). Die Flugzeit beträgt hier etwa 10 Stunden.
Alternative: Der Fort Lauderdale-Hollywood International Airport kann eine Alternative sein, wenn Flugzeiten oder Preise besser passen. Er liegt jedoch deutlich weiter nördlich. Besonders bei starkem Verkehr kann die Fahrt nach Miami Beach oder Downtown länger dauern, als die Entfernung auf der Karte vermuten lässt.
Wir würden den Flughafen deshalb nicht nur nach dem Ticketpreis auswählen. Ein etwas günstigerer Flug nach Fort Lauderdale kann sich relativieren, wenn anschließend eine längere Fahrt und zusätzliche Kosten dazukommen.
Einreisebestimmungen: Für Touristen aus Deutschland ist ein gültiger Reisepass und eine ESTA-Genehmigung nötig (falls du nicht schon ein Visum hast). Prüfe immer vorab die aktuellen Bestimmungen
Beste Reisezeit: Das Klima in Miami ist ganzjährig warm, aber es gibt große Unterschiede in Luftfeuchtigkeit und Niederschlag. Die beste Reisezeit für Miami ist in der Regel von November bis April. In diesen Monaten ist Trockenzeit: angenehm warme Temperaturen um 25°C und weniger Regen. Ab Mai wird es deutlich heißer und schwüler.
Sommerzeit: Juni bis Oktober, bedeutet drückende Hitze, tägliche kurze Gewitter und ist zugleich Hurrikansaison – in dieser Zeit musst du mit tropischen Stürmen rechnen.
Unser Tipp: Im europäischen Winter nach Miami zu fliegen ist ideal, um dem kalten Wetter zu entkommen und die Sonne Floridas zu genießen.
Miami ist eine autofreundliche Stadt, aber der Verkehr kann gerade zu Stoßzeiten heftig sein. Wenn du vorhast, auch Ausflüge in die Umgebung zu machen (Everglades, Florida Keys, Fort Lauderdale), ist ein Mietwagen praktisch. Innerhalb der Stadt kommst du jedoch oft auch ohne Auto aus: In Miami Beach kannst du vieles zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Es gibt dort sogar kostenlose Trolleys (kleine Shuttle-Busse), die auf festen Routen fahren. Zwischen Miami Beach und Downtown verkehren Busse und kostenpflichtige Shuttles.
In Downtown/Brickell selbst ist der bereits erwähnte Metromover (ein kostenloser Hochbahn-Zug) super, um sich fortzubewegen. Ansonsten sind Uber und Lyft in Miami weit verbreitet und oft günstiger als normale Taxis – ideal, um abends sicher zurück zum Hotel zu kommen. Parken kann, vor allem in South Beach, teuer werden, daher lohnt es sich zu überlegen, ob du wirklich jeden Tag ein Auto brauchst oder es vielleicht tageweise mietest, nur für bestimmte Trips.
Generell gilt: Plane etwas mehr Zeit ein, egal ob du mit Auto oder Bus unterwegs bist – die Distanzen in Miami sind größer, als man denkt, und die tropische Gelassenheit spiegelt sich manchmal auch im Verkehrsfluss wider. Gute Fahrt!
Wenn jemand “Miami” sagt, meint er meistens Miami Beach – genauer gesagt South Beach, den bekanntesten Abschnitt. Und ja: Dieser breite, kilometerlange Sandstrand mit seinem türkisblauen Wasser ist absolut so traumhaft, wie er auf Postkarten aussieht. Schon morgens sieht man Jogger und Yogis am Ufer entlang, später tummeln sich sonnenhungrige Urlauber unter den bunten Lifeguard-Häuschen im Baywatch-Stil. Palmen säumen die Promenade, während in regelmäßigen Abständen knallbunte Rettungsschwimmer-Türme einen perfekten Fotospot abgeben.
Gleich hinter dem Strand beginnt der berühmte Art-Déco-District welcher sich ungefähr zwischen der 5th und 23rd Street rund um Ocean Drive, Collins Avenue und Washington Avenue erstreckt. Pastellfarbene Hotels mit Neon-Schriftzügen reihen sich aneinander und versetzen dich in die 1920er- und 30er-Jahre. Wer mehr über die Architektur erfahren möchte, kann im Art Deco Welcome Center an einer geführten oder selbstständigen Tour starten.
Die Lincoln Road kannst du besuchen, wenn du ohnehin in der Nähe bist. Als große Shoppingattraktion würden wir sie nicht mehr einplanen. Viele Geschäfte findest du auch in anderen Einkaufszentren und die Straße hat aus unserer Sicht einen Teil ihres früheren Charmes verloren.
Ein Tipp noch: Am Wochenende kann South Beach sehr voll werden – sowohl am Strand als auch auf den Straßen. Dann wird die Parkplatzsuche zur nervigen Geduldsprobe und auf dem Sand wird es kuschelig eng. Wenn möglich, komme unter der Woche oder früh am Tag, um den Strand in Ruhe zu genießen.
Sobald die Sonne hinter der Skyline von Downtown versinkt, erwacht der Ocean Drive in South Beach zu seinem ganz eigenen Leben. Abends ist Ocean Drive pure Kulisse: leuchtende Neonreklamen an den Art-Déco-Gebäuden, dazu der Sound von Latin-Musik und aktuellen Charts aus den Bars. Die Straße wird zur Showbühne – und jeder cruisende Oldtimer und Lamborghini ist ein Teil der Inszenierung. Wir lieben es, uns mit einem kühlen Drink an einen Außenplatz einer Bar zu setzen (ja, die Preise sind horrend, aber fürs People-Watching lohnt es sich) und einfach die Szene auf uns wirken zu lassen. Protzige Sportwagen mit dröhnenden Motoren, glitzernde Partypeople in High Heels und kurze Kleider, dazu die warme Meeresbrise: Miami bei Nacht fühlt sich fast schon filmreif an.
Allerdings sei gewarnt: Die Restaurants und Clubs entlang des Ocean Drive sind teuer und nicht unbedingt für ihre Spitzenküche bekannt. Viele sind regelrechte Touristenfallen – überteuerte Cocktails in Eimern oder mittelmäßiges Essen für viel Geld. Unser Rat: Mach ruhig einen Spaziergang über den beleuchteten Ocean Drive, genieße die Stimmung und vielleicht einen Cocktail zur Livemusik, aber speisen kannst du besser woanders. Wer richtig feiern möchte, findet in Miami zudem angesagte Clubs abseits von South Beach – zum Beispiel in Downtown oder Wynwood gibt es trendige Rooftop-Bars und Locations mit lokalen DJs, oft günstiger und mit mehr Einheimischen.
Trotz allem gehört der Ocean Drive einfach dazu. Einmal die kultigen Neonlichter gesehen zu haben und in das kitschig-bunte Nachtleben eingetaucht zu sein, ist Teil der Miami-Erfahrung. Und wenn es nur dafür ist, später ehrlich sagen zu können: Ja, ich hab’s gesehen – aber einmal reicht auch!
Am südlichen Ende von Miami Beach liegt der South Pointe Park. Der gepflegte Park bietet Wege am Wasser, Grünflächen, einen kleinen Pier und Ausblicke auf Fisher Island, die Skyline und die Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach PortMiami.
Der Bereich wirkt entspannter als der mittlere Ocean Drive und eignet sich gut für einen Spaziergang am späten Nachmittag. Familien finden dort einen Spielplatz und eine kleine Wasserfläche zum Abkühlen.
Die Sonne geht in Miami Beach nicht über dem Atlantik unter. Der Strand ist dafür der perfekte Ort für den Sonnenaufgang. Am South Pointe Park bekommst du am Abend trotzdem schönes Licht und kannst mit etwas Glück die großen Kreuzfahrtschiffe beim Auslaufen beobachten.
Wenn dir der Strand rund um den Ocean Drive zu voll ist, kannst du außerdem weiter nach Mid-Beach oder North Beach fahren. Dort ist es meistens ruhiger und weniger auf Party und People-Watching ausgerichtet.
Nur wenige Minuten nördlich von Wynwood beginnt der Miami Design District. Während Wynwood etwas rauer und bunter wirkt, geht es hier um Architektur, öffentliche Kunst, Luxusgeschäfte und hochwertige Restaurants. Das Viertel umfasst etwa 18 Blocks und ist stark auf Mode und Design ausgerichtet.
Du musst nichts kaufen, um den Bereich interessant zu finden. Viele Gebäude, Skulpturen und Installationen lassen sich kostenlos ansehen. Besonders auffällig ist die Museum Garage, die bereits von außen eher wie ein Kunstwerk als ein Parkhaus wirkt.
Wynwood und Design District lassen sich gut an einem Tag verbinden. Wir würden zuerst Wynwood besuchen und anschließend für einen kurzen Spaziergang oder ein Essen in den Design District fahren.
Willkommen in Wynwood, dem wohl kreativsten Viertel Miamis! Was früher ein unscheinbares Lagerhallen-Quartier war, hat sich in den letzten Jahren in ein Open-Air-Kunstmuseum verwandelt. Bunte Graffiti und Murals schmücken hier fast jede Wand. Manche sind riesig und bedecken ganze Häuser, andere sind kleine, versteckte Kunstwerke in Seitengassen. Für uns als Besucher war Wynwood ein echtes Highlight: Hier kannst du stundenlang umherlaufen und entdeckst immer neue Motive – von politischen Botschaften bis zu kunterbunten Comicfiguren.
Das bekannteste Ziel sind die Wynwood Walls. Dabei handelt es sich um ein abgegrenztes und kostenpflichtiges Street-Art-Museum mit kuratierten Werken internationaler Künstler. Seit der Eröffnung im Jahr 2009 wurde die Anlage immer wieder erweitert und verändert. Die Wynwood Walls lohnen sich, wenn du Street Art wirklich magst und die Werke näher ansehen möchtest. Du musst aber kein Ticket kaufen, um Wynwood zu erleben. Auch in den Straßen außerhalb des Geländes findest du zahlreiche kostenlose Murals.
Insidertipp: In einer unscheinbaren Garage in Wynwood versteckt sich der Laden Walt Grace Vintage. Hier werden nicht nur Vintage-Gitarren und -Verstärker verkauft, sondern auch stilvolle Oldtimer! Zwischen Retro-Autos und E-Gitarren kann man sogar einen Kaffee trinken. Schau mal rein, wenn du genug von Sonne und Strand hast und etwas Ausgefallenes erleben willst.
Kein Miami-Besuch ohne einen Abstecher nach Little Havana – so heißt es zumindest überall. Das kubanische Viertel rund um die Calle Ocho (SW 8th Street) wird gerne als das kulturelle Herz der Stadt bezeichnet. Hier findest du kubanische Cafés, Zigarrenläden, Murals, Restaurants und den Máximo Gómez Park, der meist nur Domino Park genannt wird. Die bunten Hahnskulpturen entlang der Straße sind inzwischen ebenfalls ein typisches Symbol des Viertels.
Probieren solltest du einen Café Cubano (kleiner starker kubanischer Kaffee) oder einen süßen Cortadito an einer Ventanita. Diese kleinen Verkaufsfenster gehören zum Alltag in Miami und sind interessanter als der nächste überteuerte Mojito in einer Touristenbar.
Oft hört man dabei Salsa-Musik aus den Läden, und ältere Herren rauchen genüsslich ihre Zigarren auf den Parkbänken. Im Domino Park (Maximo Gomez Park) klappern die Domino-Steine, wenn die Stammgäste ihr tägliches Spiel ausfechten. Für einen Moment fühlt man sich tatsächlich wie in Havanna und nicht in den USA.
Unsere ehrliche Einschätzung bleibt trotzdem bestehen. Der für Besucher interessante Bereich von Little Havana ist relativ klein. Für einen ersten Eindruck reichen meistens zwei bis drei Stunden.
Komm möglichst tagsüber. Dann kannst du den Domino-Spielern zusehen, einen Kaffee trinken und die Murals in Ruhe ansehen. Wer abends Livemusik und Bars sucht, kann natürlich länger bleiben.
Die eigentliche Stadt Miami (auf dem Festland) hat auf den ersten Blick weniger zu bieten als Miami Beach – zumindest was klassische Sehenswürdigkeiten angeht. Downtown Miami ist das Geschäftsviertel mit hohen Wolkenkratzern, Banken und Büros. Ein Spaziergang durch Downtown lohnt sich aber dennoch, gerade am Bayfront Park.
Am Bayside Marketplace findest du Geschäfte, Restaurants, Live-Unterhaltung und einen Hafen. Zugegeben, dieser Markt ist sehr touristisch geprägt – günstig shoppen wirst du dort nicht, und das Essen ist eher durchschnittlich. Als Ausgangspunkt für eine Bootstour ist er aber sehr praktisch. Von der Marina starten unter anderem Sightseeingfahrten, Speedboote und Touren vorbei an Star Island und Fisher Island.
Was uns aber Spaß gemacht hat: Von hier starten Bootstouren durch die Biscayne Bay, z.B. vorbei an den Villen der Promis auf Star Island. Wenn du Miami vom Wasser aus erleben willst, ist so eine Bootsfahrt am Nachmittag wirklich schön (Achtung: auch hier nicht von jedem Versprechen blenden lassen – es gibt unterschiedliche Touren, nicht alle sind ihr Geld wert).
-> Zu empfehlende Speedboat Tour
Südlich von Downtown beginnt Brickell. Zwischen Wohnhochhäusern, Büros und dem Brickell City Centre findest du Restaurants, Bars und Hotels mit Blick auf die Skyline. Am Abend wirkt Brickell lebendiger als das klassische Geschäftsviertel von Downtown.
Der kostenlose Metromover verbindet beide Bereiche. Eine Fahrt kostet nichts und ist eine der einfachsten Möglichkeiten, Miami aus einer erhöhten Perspektive zu sehen.
Coral Gables zeigt eine gepflegte und elegante Seite von Miami. Breite Alleen, mediterrane Architektur und große alte Bäume sorgen dafür, dass sich der Bereich deutlich von Downtown oder South Beach unterscheidet.
Das Zentrum liegt rund um Miracle Mile. Dazu kommen das historische Biltmore Hotel und der Venetian Pool, ein öffentliches Schwimmbad aus dem Jahr 1924.
Für den Venetian Pool solltest du Tickets und Öffnungszeiten vorher prüfen. Die Zeiten ändern sich im Jahresverlauf und die Kapazität ist begrenzt. Online-Tickets sind nur im Voraus erhältlich, während am Besuchstag lediglich noch Restkarten vor Ort verfügbar sein können.
Coral Gables ist kein Pflichttermin für einen sehr kurzen Miami-Aufenthalt. Wenn du Vizcaya oder Coconut Grove besuchst, lässt sich der Bereich aber gut ergänzen.
Key Biscayne ist eine der besten Möglichkeiten, dem Verkehr und Trubel für ein paar Stunden zu entkommen. Die Insel erreichst du über den Rickenbacker Causeway.
Im Norden liegt Crandon Park mit langem Strand und Picknickbereichen. Am südlichen Ende befindet sich der Bill Baggs Cape Florida State Park mit Strand, Radwegen und dem historischen Cape Florida Lighthouse aus dem Jahr 1825.
Der State Park ist täglich von 8 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet. Für Fahrzeuge wird eine Eintrittsgebühr berechnet. Die Zeiten für Leuchtturmführungen können sich ändern und sollten vor der Anfahrt kontrolliert werden.
Für Key Biscayne würden wir mindestens einen halben Tag einplanen. Besonders schön ist die Kombination aus Strand, Leuchtturm und einer kleinen Fahrradrunde.
Am Wochenende kann sich vor dem Parkeinlass eine längere Schlange bilden. Früh kommen lohnt sich, vor allem an sonnigen Wintertagen.
Nur wenige Minuten von Downtown entfernt liegt Coconut Grove. Das Viertel gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten Miamis und besitzt starke bahamaische Wurzeln, die bis in die 1870er-Jahre zurückreichen.
Rund um CocoWalk, Commodore Plaza und die grünen Seitenstraßen findest du Restaurants, Cafés und kleinere Geschäfte. Der Grove wirkt ruhiger und stärker von alten Bäumen und tropischem Grün geprägt als Brickell oder South Beach.
Coconut Grove ist kein Muss, wenn du nur zwei Tage Zeit hast. Bei einem längeren Aufenthalt eignet sich das Viertel aber gut für einen entspannten Abend nach Vizcaya.
Wer Miami nur als Neonlichter, Hochhäuser und Strand kennt, erlebt hier eine deutlich gemütlichere Seite der Stadt.
Hast du nun Lust auf Miami bekommen? Wir hoffen, unsere persönlichen Eindrücke und Tipps helfen dir dabei, deine eigene perfekte Zeit in Miami zusammenzustellen – jenseits der 08/15-Pfade. Wenn du dich auf das Abenteuer Miami einlässt, wirst du garantiert mit vielen Geschichten zurückkommen. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Entdecken und ¡Bienvenido a Miami!